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Ferne Fürsten - Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit. Bd. 1: Bibliophile Kostbarkeiten. Die Bibliothek der Fürsten von Anhalt - Zerbst im Schloss zu Jever. Katalog zur Sonderausstellung im Schlossmuseum Jever vom 26. 10. 2003 - 28. 03. 2004. Hg. von Antje Sander/Egbert Koolman. Oldenburg, Isensee, 2003 (Kataloge und Schriften des Schlossmuseums Jever. H. 25) (EUR 24,80) "Im Mittelpunkt des vorliegenden Begleitbandes zur Ausstellung steht die Bibliothek der Fürsten von Anhalt-Zerbst, die sich mit 1863 Bänden und 2456 Titeln in der Bibliothek des heutigen Mariengymnasiums und der Landesbibliothek Oldenburg erhalten hat und mit ihrer breiten Themenpalette und sehr schönen Ausstattung noch heute einen großartigen Blick auf das Bildungsinteresse und den Repräsentationswillen der Fürsten von Anhalt-Zerbst in Jever gibt.
In wissenschaftlichen Gesellschaften und literarischen Zirkeln, wie beispielsweise der "Fruchtbringenden Gesellschaft" in Anhalt, wurde der Gebrauch von Wissen und Sprache verfeinert. Junge Adelige durchliefen einen regelrechten Bildungskanon, der mit einer Kavalierstour zu den europäischen Kulturstätten abschloss. Sichtbarer Niederschlag dieses Bildungsinteresses war der Aufbau von repräsentativen Bibliotheken in den Schlössern und Residenzen. Man staunt noch heute über die riesigen Folianten und winzigen Oktavbände, deren Äußeres eine barocke Bibliothek zu einem Gesamtkunstwerk werden lässt. Viele dieser Sammlungen bildeten im 19. Jahrhundert den Grundstock für öffentliche Landes- und Universitätsbibliotheken. Auch die fürstliche Bibliothek in Jever gehört in diesem Zusammenhang. In ihrer Themenvielfalt spiegelt sie insbesondere das Sammlungs- und Bildungsinteresse des Oberlanddrosten Prinz Johann Ludwig von Anhalt-Zerbst-Dornburg wider, der von 1720 bis 1742 dieses Amt im Auftrag des regierenden Fürsten Johann August, seines Vetters, versah. Man erkennt deutlich, dass Johann Ludwig die Bibliothek nicht nur zu Repräsentationszwecken aufbaute, sondern die Bearbeitungsspuren und Marginalien zeugen davon, dass er intensiv mit den Büchern gearbeitet hat und aus ihnen auch Wissen für seinen Regierungsalltag geschöpft hat. Erhaltene Bibliothekskataloge, sowie Blitzvermerke in den Büchern ermöglichen eine nahezu vollständige Rekonstruktion des Bestandes. Wie viele andere barocke, fürstliche Büchersammlungen des 17. und 18. Jahrhunderts zeichnet sich auch die jeversche Bibliothek durch eine besondere Ästhetik und Prachtentfaltung der äußeren Gestalt aus. Geprägte Ledereinbände mit einer Vielfalt an Punzen, Stempeln und Rollen stehen neben Einbänden aus Seide und Samt, sowie für kleine Hefte aufwendig gestaltete Papierumschläge. Die Schließen zeigen figürliche Darstellungen oder Ornamente und selbst die Schnitte sind noch mit Punzen und Ritzverzierungen geschmückt. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde diese Bibliothek, die dem jeverschen Gymnasium zugewiesen worden war, geteilt. Der Bereich, der für den Ausbau der Landesbibliothek Oldenburg von Bedeutung war, kam nach Oldenburg, die Teile, die für den Schulunterricht von Interesse waren, verblieben in Jever." Auszug aus dem Vorwort von Antje Sander |
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