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Barocke Träume im Schlossmuseum Jever

Die Fayence-Manufakturen von Zerbst und Jever


Jeversche Fayencen/Obstkorb
Fayence-Manufaktur Jever, zwischen 1760 und 1776; Malerzeichen Bodenmitte "Jev:/ K" (Sebastian Heinrich Kirch; c.a. 1760-1765 in Jever tätig).

Fayence; eingeformt und ausgeschnitten, Griffe frei modelliert angarniert. Höhe 9,7 cm, Durchmesser 20,5 cm. Scherben: cremefarben, porös.

Achteckiger Korb mit netzartig durchbrochener Wandung und zwei gegenständig angebrachten tordierten Henkeln; runder Standring.

Das Dekor wurde als blaue Inglasur-Pinselmalerei auf weißer Zinnglasur ("Blaudekor") aufgebracht; das Gitterwerk ist außen staffiert; der profilierte Fuß und der verstärkte profilierte Rand sind durch Bänder von der Wandung abgesetzt. Im Spiegel befindet sich ein Blumenmotiv auf "gewachsenem Boden".

Sebastian Heinrich Kirch war vorrangig als Modelleur und Bossierer tätig und somit Spezialist in Fragen der technischen Umsetzbarkeit von Modellen in der Serienproduktion. Als solcher ist Kirch von1760 bis 1765 in Jever tätig gewesen und seit 1765 als Mitinhaber und Gründer der ältesten Fayence-Manufaktur in Kellinghusen nachgewiesen. Ein Beispiel für seine Arbeit als Modelleur und Bossierer bietet ein Tafelaufsatz in Form eines Puttos des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Literatur:

Eingangsbuch am 15.07.1887 Nr. 46 Seite 30.

D. Hohnholz (Hg.): "Wegweiser durch das Heimatmuseum im Schloß zu Jever". Jever, den 10. Sept. 1921. XIV 58 F.

Peter Schmerenbeck (Hg.): Barocker Traum. Fayencen aus Zerbst und Jever (Oldenburg 1996) Kat. Nr. 96 : Abb. S. 126, Text Seite 153.

Zu S.H. Kirch:
Juliane Jürgens, "Dafel-Servis und ander fein Guth", in: Peter Schmerenbeck (Hg.): Barocker Traum. Fayencen aus Zerbst und Jever (Oldenburg 1996) S. 27.

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