Sonderausstellungen
Schlossmuseum Jever
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FERNE FÜRSTEN (1)
Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit
Burg und Land am Meer
Mit Audio-Führung zur Entwicklung unserer Landschaft am Meer im 17. und 18. Jahrhundert

Ein virtueller Rundgang durch das Schloss zu Jever um 1720

Bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts unterschied sich das Schloss zu Jever vor allem auch in seiner äußeren Gestalt erheblich von seinem heutigen Zustand. So war z.B. das Mauerwerk noch unverputzt, zahlreiche Treppengiebel zierten den Dachbereich und der Turm besaß noch nicht die markante barocke Zwiebelhaube.

Auf der Basis zahlreicher überlieferter Bauzeichnungen, Pläne und schriftlicher Quellen sowie aktueller Bauuntersuchungen konnte eine computergestützte Rekonstruktion erstellt werden, die uns ein gesichertes Bild der Burganlage um 1720 vermittelt. Diese Animation bietet dem Besucher des Schlosses einen virtuellen Rundgang durch die Anlage und einzelne seiner Räumlichkeiten von etwa 20 Minuten.

Das Schloß zu Jever, dessen Grundlagen vor mehr als 600 Jahren gelegt wurden, spiegelt wie kaum ein anderes Gebäude die Landesgeschichte dieses durch die Nordsee gestalteten Raumes wider. Einflußreich waren auch die rund 130 Jahre von 1667 bis 1793, in denen die Fürsten von Anhalt-Zerbst die Herrschaft über das Schloß, die Stadt und das Land am Meer ausübten. Anfang des 18. Jahrhunderts zeigen das Schloß und die Stadt noch weitestgehend die Gestalt des 16. Jahrhunderts.Ober- und Unterburg Jever mit Wall und Graben

Ober- und Unterburg Jever mit Wall und Graben

Blick vom Rondel auf die Oberburg mit dem Eulenturm

Blick vom Rondel auf die Oberburg mit dem Eulenturm


Das Schloß, auch Oberburg genannt, die Unterburg und seine Befestigungsanlage sind durch breite Gräben und hohe Wällen gesichert. Die sogenannte Unterburg wird aus verschiedenen Wirtschafts- und Wohngebäuden gebildet: die Ställe, die Wohngebäude für die Bediensteten und Soldaten sowie eine Brauerei. Viele dieser Gebäude stehen Anfang des 18. Jahrhunderts die meiste Zeit leer und werden nur bei Anwesenheit des Fürsten genutzt.
Die Oberburg ist von einem Wassergraben umgeben. Eine Brücke führt zum inneren Schloßtor, über dem sich das Torhaus erstreckt. Links schließt sich einer ältesten Gebäudeteile an. Hier befindet sich im Erdgeschoß der alte Herrensaal, der im späten 16. Jahrhundert einen kleinen Erker erhalten hatte. Darüber erstreckt sich der Audienzsaal mit der heute noch erhaltenen eichenen Renaissancedecke.Eine Brücke führt über den inneren Graben zum Schlosstor

Eine Brücke führt über den inneren Graben zum Schlosstor

Die Vorderfront mit der Südostseite

Die Vorderfront mit der Südostseite


Das Schloß wird von dem mächtigen Turm beherrscht, dessen Mauern noch aus dem Mittelalter stammen. Die Südostfront mit ihren drei Staffelgiebeln ist der jüngste Gebäudeteil und vermutlich im 16. Jahrhundert aus dem Ausbau der mittelalterlichen Wehrmauer entstanden, die die Verbindung zwischen dem alten Herrensaal im Südosten und dem Eulenturm im Südwesten bildet.
Im gegenüber liegenden nordwestlichen Flügel befindet sich noch im 18. Jahrhundert der große Saal. Eine Holzbrücke, die sogenannte Wanderung, führt direkt in die Bel-Etage, das erste Stockwerk, in dem die wichtigsten repräsentativen Räume untergebracht sind. Seit dem 17. Jahrhundert wird dieser Saal immer wieder durch leichte Wände je nach Bedarf neu aufgeteilt. So trennt z.B. um 1720 eine hölzerne Wand mit Glasscheiben einen kleinen Raum ab, der zeitweise als Kapelle für die privaten Gottesdienste der Fürsten genutzt wird.Der große Saal im Nordflügel (heute stadtgeschichtliche Abteilung und Gobelinsaal)

Der große Saal im Nordflügel (heute stadtgeschichtliche Abteilung und Gobelinsaal)

Blick in den Innenhof

Blick in den Innenhof


Das Schloß besitzt im Inneren keine repräsentativen Treppenhäuser. Zugang bieten bis Anfang des 19. Jahrhunderts die drei im Innenhof erbauten Türme, in denen Wendeltreppen die Geschosse miteinander verbinden. An die mittelalterliche Häuptlingsburg erinnert heute nur noch wenig. Insbesondere in den Jahren 1720 bis 1746 sind viele Pläne der Zerbster Fürsten umgesetzt und umfangreiche Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt worden. Sichtbarstes Zeichen dieser Zeit ist noch heute der markante Zwiebelturm.

FERNE FÜRSTEN (1)
Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit
Burg und Land am Meer

FERNE FÜRSTEN (2)
Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit
Bildung und Repräsentation
Bibliophile Schätze des 17. und 18. Jahrhunderts - die fürstliche Bibliothek im Schloss

FERNE FÜRSTEN (3)
Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit
Der Hof, die Stadt, das Land

Kulturhistorische Fahrradtour
Ferne Fürsten - Spuren der Herrschaft Anhalt-Zerbst in der friesischen Landschaft