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![]() Barocke PrachtDie Gobelins im GobelinsaalZu den Kostbarkeiten des Schlosses gehören die aus Wolle und Seide gewirkten prachtvollen Tapisserien des Gobelinsaales aus der Zeit um 1680 und 1700. Die beiden größten Bildteppiche (298 x 439 bzw. 435 cm) befinden sich gegenüber der Fensterseite des Raumes und zeigen in weitläufigen barocken Garten- und Parklandschaften kleine höfische Gesellschaften, die sich musizierend und spielend unterhalten. Alles ist minutiös ausgeführt: die Figuren mit ihren wehenden oder gerafften Gewändern, die sorgfältig gegliederten und gestaffelten Landschaften mit den Wegen, Wassern und Brunnen, den Pflanzen, Statuen und Pavillons. Auch die beiden anderen großformatigen Gobelins der Stirnwand bieten Ausblicke auf architektonisch angelegte, mit Wasserspielen ausgestattete Gärten, in die einmal eine bäuerliche Staffage, das andere Mal eine launige Badeszene gestellt sind. Die kleineren Tapisserien der anderen Seiten scheinen Fragmente ehemals größerer Wandbehänge gewesen und für den Standort zugeschnitten worden zu sein - ein durchaus übliches Verfahren, da Gobelins stets zur mobilen Einrichtung gerechnet wurden. Späteren Aufzeichnungen zufolge gelangten diese Tapisserien nach 1726 unter den Fürsten von Anhalt-Zerbst nach Jever und dienten zunächst als Wandbekleidungen im Audienzsaal. Die heute noch erhaltenen Gobelins waren 1743 durch mindestens zwei weitere, auch aus Zerbst bezogene Bildteppiche mit Jagdszenen ergänzt worden, deren Verbleib jedoch unbekannt ist. Der heutige Standort dürfte mit den umfangreichen Renovierungsmaßnahmen zusammenhängen, die die Oldenburger zwischen 1831 und 1835 durchführen ließen. Eine inhaltliche Deutung gestaltet sich schwierig, da ein mythologischer oder allegorischer Sinn der Darstellungen nicht mehr eindeutig zu bestimmen ist. Denkbar wäre der Zusammenhang des Bauerngobelins imt einem Jahreszeitenzyklus oder die Interpretation der Badeszene als Umsetzung des "Diana im Bad" - Mythos. Was die Tapisserien ins Bild setzen, ist das Ideal einer höfischen Gesellschaft, die sich vor prunkvollen Kulissen in der Perspektive der herrrschaftlichen Architektur ihren unbeschwert-heiteren Spielen und Vergnügungen hingibt. Sowohl die detailreiche Wiedergabe der Parklandschaften, wie sie von französischen Gartenarchitekten seit Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelt worden waren, als auch die Gestaltung der Figuren legen als Herstellungszeit der Gobelins das ausgehende 17. Jahrhundert nahe und lassen die Produktion in einem Brüsseler Atelier vermuten.
Weitere Informationen: ·· Pressemitteilung. ·· Die Restaurierung der Gobelins im Gobelinsaal
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![]() Motivausschnitt aus einem Gobelin (29 KB) Motivausschnitt aus einem Gobelin (Galante Szenerie) (50 KB) Motivausschnitt aus einem Gobelin (Galante Szenerie) (61 KB) Gobelinsaal mit handgewirkten flämischen Bildteppichen, die durch die Zerbster Fürsten um 1700 nach Jever kamen |
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