| Pressemitteilung zur Eröffnung der Ausstellung "Georg von der Vring - Ein Expressionist in Jever" |
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Der Maler und Poet Georg von der Vring ist mit Jever eng verbunden, dies aber auf leidvolle Weise. Eine Ausstellung, die sich seinem künstlerischen Schaffen als Maler besonders widmet, gerade 1998 durchzuführen, hat vielerlei Gründe. Im sechzigsten Jahr seines Wegganges aus Jever und seinem dreißigsten Todesjahr jährt sich zufälligerweise auch die Gründung des Mariengymnasiums, der Schule, an der er neun Jahres als Zeichenlehrer tätig war, zum 425. Male.
1919 kam Georg von der Vring als Zeichenlehrer an das traditionsreiche Mariengymnasium. Der feinfühlige, antimilitaristische Künstler traf hier auf ein Klima, welches durch eine Mehrheit von Lehrern geprägt war, die mit den politischen Zielen des Frontkämpferbundes Stahlhelm sympathisierten und so auch der nationalsozialistischen Ideologie zugeneigt waren. In seiner Charakterisierung der jeverschen Jahre des Künstlers hat Hartmut Peters diese Diskrepanz deutlich herausgearbeitet: Von der Vring lebte mit seiner Frau Therese zurückgezogen, in ständigem Konflikt mit seinen Kollegen und ohne direkte Verbindung zum Großteil der jeverschen Bürgerschaft. Die wenigen Freunde, die er hier gefunden hat, wie der jüdische Schneidermeister Moses Schwabe, der 1942 auf dem Weg ins KZ gestorben war, lagen ihm ebenso wie seine Schüler, zu denen er ein inniges Verhältnis pflegte, am Herzen. Verbunden fühlte er sich der Moorlandschaft, den Wäldern und der vom hohen Himmel bestimmten Landschaft. Auch wenn die jeversche Zeit für von der Vring leidvoll war und mit einem fluchtartigen Weggang 1928 endete, so war sie künstlerisch sehr produktiv. Hier entstanden zahlreiche Ölbilder und 300 Aquarelle sowie eine Fülle von Zeichnungen; hier in Jever vollzog sich in den letzten Jahren sicherlich auch seine Hinwendung zum schriftlichen Ausdruck. Dieser frühen, vom Expressionismus geprägten Phase seines bildkünstlerischen Schaffens widmet sich die Ausstellung "Georg von der Vring - Ein Expressionist in Jever", deren Untertitel durchaus als Anspielung auf das widersprüchliche Verhältnis zu verstehen ist. Gründe für eine erneute von der Vring-Ausstellung gibt es also genug, und ich bin Herrn Jörg Michael Henneberg von der Oldenburgischen Landschaft äußerst dankbar, daß er die Erstellung des Kataloges übernommen und in Zusammenarbeit mit Herrn Christian von der Vring die Ausstellung vorbereitet hat. Die Familie von der Vring hat für dieses Projekt großzügigerweise ihr Archiv geöffnet und uns nicht nur mit Leihgaben, die bislang noch nicht der Öffentlichkeit vorgestellt worden sind, sondern auch mit einer finanziellen Zuwendung unterstützt. Neben Herrn Christian von der Vring hat auch Herr Hein Bredendiek, ein Schüler des Künstlers, einen persönlichen Katalogbeitrag geliefert; beiden sei auch dafür gedankt. Für weitere Leihgaben danken wir ganz herzlich dem Schiffahrtsmuseum Brake, in dessen Räumen die Kindheit und Jugend von der Vrings in Brake dargestellt wird, der Oldenburgischen Landschaft, der Oldenburgischen Museumsgesellschaft, den Eheleuten Schwitters aus Wittmund und Herrn Henneberg. Wie sehr das Andenken von der Vrings auch in Jever gepflegt wird, macht die großzügige Unterstützung durch den jeverländischen Altertums- und Heimatverein e.V. deutlich. Hierfür sei ebenso herzlich gedankt wie für die Förderung der Ausstellung durch die Kreisarbeitsgemeinschaft der Raiffeisen-Volksbanken Frieslands. |
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