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24. Juni bis 30. September 2001 (verlängert bis zum 14. Oktober 2001!)
Zur Entstehung der Ausstellung Ausstellungsthemen im Schlossmuseum Jever
Das Schlossmuseum Jever widmet sich in seiner Ausstellung zwei Aspekten der Lebenswelt zwischen 1850 und 1900: zum einen den Einflüssen des Historismus im kleinstädtisch-ländlichen Milieu, zum anderen der Raumgestaltung der gehobenen Schichten im Schloss zu Jever.
So wie die historisierende Geste den öffentlichen Raum in Gestalt repräsentativer Bauten und im Denkmalskult durchdringt, so findet sie ihren Niederschlag auch in alltäglichen Zusammenhängen. Gerade im Wohnbereich - mit seinen sozialen Differenzierungen und seiner mehr oder weniger repräsentativen Funktion - findet sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Ansammlung von praktisch-nützlichen und repräsentativen (Schau-)Gegenständen. Die Palette reicht vom überlieferten originalen Einzelstück über die am historischen Vorbild orientierte qualitätvolle Handarbeit bis hin zu den Erzeugnissen der frühen Massenproduktion.
Von der Orientierung der kleinstädtischen Kultur am historistischen Geschmack zeugen Möbel, Gebrauchsgegenstände, Wandbilder sowie einzelne Schaustücke und Pokale in den vielfältigsten stilistischen Bezügen. Der im Jeverland populäre Bismarckkult, der eine Vielzahl an Ehrengaben mit "altdeutschen" Elementen hervorgebracht hat, unterstreicht die politische Dimension des Historismus.
Dieser Aspekt spielte auch bei der hochschichtlichen Raumgestaltung eine wichtige Rolie. Die erhaltenen historischen Räume im Schloss zu Jever gewähren einen unmittelbaren und lebendigen Blick auf die ästhetischen Wertvorstellungen und die Lebenswelt der höheren Schichten in der Zeit des Historismus. Unter dem Oldenburger Großherzog Nikolaus Friedrich Peter (1853-1900) wurden der Audienzsaal mit der Renaissance-Decke, der Raum mit den - inzwischen frisch restaurierten - Gobelins von 1680 und das so genannte Barnutzzimmer in die historistische Umgestaltung der Schlossräume integriert. Die in Jever erhaltenen Interieurs aus dem späten 19. Jahrhundert zeigen damit eine bewusste Kombination der alten historischen Raumausstattungen mit historisierenden Elementen.
Die wertvolle Kassettendecke des 16. Jahrhunderts galt zudem als vorbildhafte kunstgewerbliche Arbeit, die durch Abgüsse in Gips und Lichtdruckproduktionen einem breiten Publikum zugänglich gemacht wurde.
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![]() Blick in das "Edzardzimmer" im Schloss zu Jever Tapete im ersten Obergeschoss des Eulenturms um 1890, privates Wohngemach des Grossherzogs Nikolaus Friedrich Peter Sofa im Stil der Neorenaissance, verschiedene Holzarten, Bezug Sitzfläche erneuert, Ende 19. Jahrhundert, Schlossmuseum Jever |
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