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EINLEITUNG |
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Im Schlossmuseum Jever befinden sich zahlreiche Objekte, die einen guten Überblick über die Keramikherstellung im 18. und 19. Jahrhundert bieten. In England wurde um 1760 der Grundstein zur industriellen Fertigung von kostengünstiger Keramik gelegt. Zentrum dieser Industrie war die mittelenglische Grafschaft Staffordshire. Zunächst handelte es sich in Staffordshire um ein handwerkliches Gewerbe. Das Bürgertum im England des 18. Jahrhunderts hatte einen großen Bedarf an einer qualitätvollen und haltbaren Gebrauchskeramik. Die Entwicklung einer neuen Steingutware (Creamware) ermöglichte der stark ansteigenden mittleren Schicht den Anschluss an eine höhere Esskultur, wie sie bis dato nur dem Adel vorbehalten war. Aufgrund der gesellschaftlichen Umwälzungen im Zuge der frühen Industrialisierungsprozesse in England konnte sich die Bürgerschicht nun einen höheren Lebensstandard erlauben; abwechslungsreiche Kost fand sich auf ihrem Speiseplan. Neben üppigen Fleischgerichten wurde, ganz nach französischem Vorbild, Salat, Gemüse und Obst aufgetischt. Das Bedürfnis nach passendem Geschirr war geweckt, doch Porzellan nach wie vor zu teuer. Das neue bürgerliche Prestigedenken forderte einen Markt, auf dem man schöne, repräsentative aber preiswerte Keramik erwerben konnte. Die englischen Steingutmanufakturen kamen mit ihren Produkten (Schalen und Schüsseln in sämtlichen Größen und Formen, Gewürzmenagen, Saucieren, Dessert- und Puddingschalen) dem Geschmack ihrer neuen Kunden entgegen. Auf den europäischen Kontinent gelangte die beliebte Keramik mit Segelschiffen von Liverpool, Bristol und Hull, die niederländische und deutsche Häfen ansteuerten. Später, im ausgehenden 18. Jahrhundert, wurde Steingut nach englischem Vorbild auch auf dem Kontinent produziert.
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