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 TÖPFER
Josiah Wedgwood

TÖPFER
 
Die Entwicklung eines hochwertigen Scherbens durch John Astbury (1688-1743) war der Beginn einer neuartigen Steingutproduktion. Enoch Booth's Arbeitsergebnisse führten zu einer tiefgreifenden Wende in der Qualität der Glasur. Er erfand eine Bleiglasur, in die man die Ware eintauchte. Durch die Tatsache, dass die Glasur nun den ganzen Scherben überzog, hatte die Keramik eine größere Wasserdichte und somit eine höhere Haltbarkeit erreicht. Dies hatte Folgen für die Brenntechnik: Der Scherben wurde vorgebrannt, dann die Glasur aufgetragen und anschließend dem Glasurbrand unterzogen. Das Steingut mit Bleiglasur löste die Produktion des Steinzeugs mit Salzglasur ab.
Die von Enoch Booth produzierte Ware war in ihrem Dekor der Chinamode und dem Rokoko angepasst, da sie sich an dem Stil der Porzellanprodukte orientierte. Chinamotive und Fruchtimitationen, wie man sie von den Fayencen kennt, waren beliebte Gestaltungsvorlagen. Ähnliches findet sich auch bei den Produkten aus der Werkstatt von Thomas Whieldon (1719-1795), eines gleichfalls bedeutenden Töpfers, der die neue Steingutproduktion maßgeblich beeinflusste. Die Übergangsstadien der verwendeten Materialien, Formen und Dekore lassen sich an seiner Produktpalette gut nachvollziehen. Er gründete 1740 in Fenton Low in Staffordshire eine Manufaktur. Whieldon hatte aufgrund seiner Geschäftsreisen gute Verbindungen zu anderen Töpfern aufgebaut. Darauf ist auch seine spätere Verbindung zu Josiah Wedgwood zurückzuführen, der 1754 in seinem Auftrag und in seiner Manufaktur an Glasur und Scherben experimentierte. Wedgwood wurde zum berühmtesten Töpfer der englischen Steingutherstellung. Das von ihm Mitte des 18. Jahrhunderts gegründete Unternehmen hat sich über viele Generationen erhalten können und existiert heute noch.