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Das Museum im Schloss |
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Das Schloss Jever Das Schloss Jever geht auf eine Wehranlage des späten 14. Jahrhunderts zurück. Festungscharakter erhielt die Burg vor allem durch den massigen Bergfried, um den im Laufe des 15. und 16. Jahrhunderts eine Vierseitanlage errichtet wurde. Am Ausbau massgeblich beteiligt war Maria von Jever (1500-1575), die letzte friesische Regentin der Herrschaft Jever. Als Jever 1818 dem Herzogtum Oldenburg zufiel, wurde das Schloss zur Nebenresidenz der Oldenburger Herzöge erklärt und die funktionslos gewordenen Wirtschaftsgebäude und die Befestigungsanlagen geschleift.
Das Museum befindet sich seit 1921 im Schloss und präsentiert dort die seit 1887 aufgebauten und durch viele Stiftungen bereicherten Sammlungen. In historischen Räumen wird ein Überblick über die Wohnkultur des 16. bis 19. Jahrhunderts gegeben. Das Schlossmuseum ist inzwischen in die Trägerschaft eines Zweckverbandes übergegangen, der vom Landkreis Friesland, der Stadt Jever und dem Jeverländischen Altertums- und Heimatverein gebildet wird. Die vielfältigen Aufgaben des Museums werden von einem Freundeskreis unterstützt.
Die Bestände des Museums umfassen Sachgüter der verschiedenen sozialen Schichten. Von dem noch erhalten gebliebenen festen Inventar des Schlosses erinnern das Gobelinzimmer mit frisch restaurierten Wandteppichen und vor allem der Audienzsaal mit den goldgepressten Ledertapeten aus dem frühen 18. und die international berühmte, aus Eichenholz geschnitzte Kassettendecke aus der Werkstatt des Antwerpener Meisters Cornelius Floris aus dem 16. Jahrhundert markant an die Pracht- und Machtentfaltung historischer Eliten.
Viele der ausgestellten Objekte bezeugen aber auch Jevers Bedeutung als regionales Handels- und Marktzentrum. Mit der Stadtrechtsverleihung 1536 begannen sich Handwerk und Gewerbe zu organisieren. Biedermeierliche Wohnräume, Zunftfahnen, Innungsladen und Handwerksräume zeigen die Entwicklung städtisch-bürgerlicher Lebens- und Arbeitsformen vom 17. bis 19. Jahrhundert.
Leben und Wirtschaften der jeverländischen Bauern ist über Jahrhunderte geprägt gewesen von Massnahmen gegen Flutkatastrophen. Nutzung und Sicherung der Marsch forderte den Bauern alles ab, bescherte ihnen aber auch fruchtbares Acker- und Weideland. Gute Böden und günstige sozialrechtliche Bedingungen führten zur Herausbildung eines wohlhabenden Besitzbauerntums.
Die vielfältige Sammlung, die lange Tradition als heimatgeschichtliches Museum und das historische Ambiente machen heute den Reiz des Schlossmuseums aus, stellen aber auch besondere Anforderungen an eine moderne Präsentation, die dem veränderten Geschichtsbewusstsein, den neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber auch den heutigen Sehgewohnheiten Rechnung tragen will. Dem Besucher präsentiert sich also keine straff gegliederte Themenfolge und schon gar nicht ein bis ins letzte "durchgestyltes" Museum. Ihn erwartet vielmehr ein historisch gewachsenes Wechselspiel, ein Dialog zwischen den kultur- und landesgeschichtlichen Abteilungen. Die einzelnen Ausstellungsteile sind nicht statisch, sondern immer wieder lebendiger Spiegel der Zeit, in der sie entstanden sind.
Der musealen Präsentation ist durch die historische architektonische Gliederung des Schlosses, die innere Struktur der Räume und die zahlreichen Zeugnisse der ursprünglichen Ausstattung ein fester Rahmen gegeben, der in der Konzeption Berücksichtigung gefunden hat und auch bei der behutsamen Überarbeitung eine wichtige Rolle spielen wird. Die Klammer, welche die einzelnen Ausstellungsteile zusammenhält, ist die landes- und kulturgeschichtliche Entwicklung Frieslands, der sich das Schlossmuseum verpflichtet fühlt.
Als Aussenstelle des Schlossmuseums Jever besteht seit 1989 ein neues Landwirtschaftsmuseum in der Schlachtmühle. Dabei handelt es sich um einen vollständig erhaltenen Mühlenkomplex aus dem 18./19. Jahrhundert mit Müllerhaus (privat), Mühle und Scheunengebäude (Museum). Dort werden Sonderausstellungen zur regionalen Landwirtschafts- und Kulturgeschichte gezeigt, die vor allem den Ablösungsprozess traditioneller
Arbeitsformen und bestehender sozialer Zusammenhänge im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch das Aufkommen technischer Neuerungen und moderner Produktionsverfahren in der Landwirtschaft und im Ländlichen Handwerk aufzeigen sollen.
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