Schlosspark

beet-im-schlosspark-1 Hochbeet im Schlossgarten nach historischer Vorlage

Im Zuge der letzten großen Umbaumaßnahme des Schlosses zu Jever wurden seit 1828 die ehemaligen Festungsanlagen in einen Park umgewandelt. Das Schloss war von einem Graftengürtel, Wällen und Bastionen gesichert. Diese umfangreichen Befestigungsanlagen hatten Anfang des 19. Jahrhunderts ihre Funktion verloren. Bereits im 18. Jahrhundert wurden die Anlagen nicht mehr für kriegerische Zwecke, sondern für den Gemüse- und Tabakanbau genutzt.

Peter Friedrich Ludwig, Herzog von Oldenburg, ließ die Anlage zugleich mit den beiden Torhäusern und den Pforten konzipieren. Den Auftrag für die Umgestaltung des etwa 3 Hektar großen Geländes erhielt wohl der oldenburgische Hofgärtner Julius Bosse, der auch die Gärten in Oldenburg, Lütetsburg und Rastede konzipiert hatte. Er schuf unter geschickter Einbeziehung der bestehenden Graften, Wälle und Bastionsreste einen reizvollen Landschaftgarten. Durch eine kluge Wegeführung werden immer wieder überraschende Blicke frei.

Von dem ursprünglichen Baumbestand zeugen heute noch mächtige Rot- und Blutbuchen, Eschen, Linden und Eichen. Im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts wurde der Park immer wieder durch interessante Bäume, auch Exoten und botanische Kostbarkeiten, ergänzt. Bis vor wenigen Jahren wies der Park noch mächtige Berg- und Feldulmen auf. Riesenthuja, Lärche, Tulpen- und Amberbaum geben dem Schlossgarten seinen besonderen Reiz. Die erste Generation der Bäume hat bereits ein langes Lebensalter erreicht, so dass sich nun die Notwendigkeit zur behutsamen Regeneration ergibt.

Im Frühjahr setzt ein Meer von Winterlingen, blauen Krokussen und Narzissen farbige Akzente.

Auch für zahlreiche Tiere ist der Schlosspark Heimstatt. Neben dem Ziergeflügel wie Pfauen, Enten, Schwäne und Gänsen sowie einer Vielzahl von Singvögeln, lassen sich auch Kleiber, Baumläufer, Kernbeißer und Buntspecht ausmachen. Seit einigen Jahren beherbergt der Park auch eine Krähenkolonie. Wenn es dämmert, hat man die seltene Gelegenheit, den Flug von Fledermäusen und Eulen zu beobachten.

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Die Karte „Bemerkenswerte Bäume im Schlossgarten“ steht Ihnen hier im PDF-Format zum Download zur Verfügung.

Der Schlosspark Jever, ab 1828 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt, gehört zu den bedeutendsten Gartenkunstwerken Nordwestdeutschlands und bildet zusammen mit dem Schloss ein einzigartiges Ensemble. Der Schlossparkführer, der im Museumsshop erhältlich ist, stellt ausführlich die Entstehungs- und Entwicklungsgeschichte des Parks, seine Restaurierung sowie seine Flora und Fauna vor.

Schlosspark Jever. Christiane Baier, Ingo Gabor, Werner Menke und Antje Sander. Hg. von Antje Sander. Mit einem Beitrag v. Frank Glaßl und Uta Müller Glaßl. Oldenburg, Isensee, 2009
(Kataloge und Schriften des Schlossmuseums Jever, H. 28; Museen im Nordwesten, Bd. 10)
(EUR 9,80)

Für die Besucher des Schlossgartens steht darüber hinaus ein von der ↑ Reunion-Media ↑ erstellter Multimedia-Guide mit Bild-, Ton- und Videobeiträgen zur Verfügung, der mittels einer interaktiven Karte auf einem Tabletcomputer vielschichtige Informationen zur Flora und Fauna sowie zur Geschichte des Parks bietet. Diese Geräte können kostenlos an der Kasse ausgeliehen werden.

Sehen Sie hier einen Trailer mit Ausschnitten aus dem multimedialen Schlosspark-Guide.