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zurück (28.02.03) Ausstellung *Gaststätten in Jever und Umgebung*"Die Fahrt durchs Oldenburger Land einmalig - hier könnte es uns als Sommersitz gefallen..." liest man auf der Postkarte "Haus der Getreuen" von 1970. Postkarten mit Gaststättenmotiven sind gleichermaßen Urlaubsillustration wie Werbematerial. Noch heute findet der Reisende ähnliche Ansichtskarten an Hotelrezeptionen und Pensionen, die oftmals kostenlos dem Gast zur Verfügung stehen. Die hier gezeigten Postkarten geben Zeugnis über Veränderungen und dokumentieren ein Stück jeverscher Stadtgeschichte. Gleichzeitig lassen sich auf den Karten Geschmack und Stil der Zeit zwischen 1898 und 1970 ablesen.Das Einkehren, Speisen und Trinken gehört von jeher zum Reisen dazu. Am Anfang des Gaststättenwesens stand die rein private Gastfreundschaft, die unter Berufung auf die christliche Nächstenliebe eine Verpflichtung gegenüber fremden Reisenden darstellte. Auch wenn das Gastgewerbe keine direkte Weiterentwicklung dieser caritativen Gastfreundschaft ist, so setzten sich doch die ursprünglich sittlichen Gebote in der Geschäftsmoral des Gastwirtes fort. Erst am Ende des 19. Jahrhunderts ist der Prozeß der Professionalisierung des Gaststättengewerbes durch die geregelte Konzessionsvergabe abgeschlossen. Im Unterschied zu einer Schankwirtschaft durfte der Betreiber einer Gastwirtschaft Übernachtungsgäste aufnehmen. Doch verpflichtete er sich mit Erhalt der Konzession dazu, polizeiliche Aufgaben zu übernehmen. So mußten Fremdenlisten geführt, Pässe überprüft und Vaganten und Bettler zurückgewiesen werden. Auch dienten die Gastwirtschaften, bevor der Postverkehr Mitte des 19. Jahrhunderts endgültig systematisiert wurde, häufig als Postlager. Im jeverschen Adreßbuch von 1839 wird zum Beispiel der "Schwarze Bär" als Postlager ausgewiesen. Das Gasthaus war und ist ein Ort der gesellschaftlichen Lebens: Hier wurden Versammlungen abgehalten, Versteigerungen durchgeführt, und natürlich tauschte man den neuesten Klatsch aus. Noch im 19. Jahrhundert waren Vergnügungen, wie das Feiern und Tanzen und der damit verbundene Alkoholkonsum, stark von öffentlicher Hand geregelt. Dem Gastwirt, der einerseits auf Sitte und Moral seiner Gäste zu achten hatte, andererseits aber vom Ausschank lebte, kam dabei eine schwierige Rolle zu. |
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