Schlachtmühle

Schlachtmühle Jever mit Pferdefuhrwerk Schlachtmühle Jever mit Pferdefuhrwerk

Die Geschichte der Mühle

Die Geschichte der Schlachtmühle ist seit dem Jahr 1722 dokumentiert. Damals erhielten Jürgen Spanhoff und Heinrich Siaucken aus Norden die Genehmigung der Regierung von Anhalt-Zerbst –das Jeverland gehörte von 1667 bis 1793 zu diesem Fürstentum- zur Errichtung einer „Perl-Graupen-Mühle“, östlich des früheren jeverschen Hafens (Schlachte). Im Oktober 1732 brannte die Mühle ab, wurde aber 1733 wieder aufgebaut. 1798 ist die Schlachtmühle die einzige Pellmühle des Jeverlandes.

Die baufällige Mühle wurde 1846 abgebrochen. (Bis 1846 war sie eine reine Perl-Graupen-Mühle gewesen).und 1847 an ihrem heutigen Standort neu errichtet. Als Pell- und Mahlmühle verfügt sie seitdem über zwei Pellgänge und je einen Roggen- und einen Weizenmahlgang.

Die Galerieholländermühle bildet den Mittelpunkt des einzig erhaltenen Jeveraner Mühlenkomplexes mit Müller- und Backhaus (privat) und Scheunengebäude (Museum). Die Mühle wird seit 2012 vom Schlossmuseum Jever betreut, das dabei von der Arbeitsgemeinschaft Schlachtmühle engagiert unterstützt wird.

In der Mühlenscheune befindet sich seit den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts ein dem Schlossmuseum angegliedertes Landwirtschaftsmuseum, in dem der Weg des Getreides von der Aussaat bis zur Ernte an Hand zugehöriger Geräte und Maschinen verfolgt werden kann. In einer Abteilung der Mühlenscheune konnte eine fast komplette Schlosserwerkstatt aus Esens wiederaufgebaut werden. Sie präsentiert Maschinen und Werkzeuge aus den letzten 100 Jahren, die bis in unsere Zeit in Gebrauch gewesen sind.

Weitere Informationen über die Schlachtmühle finden Sie auf der folgenden externen Seite:

Schlachtmühle Jever – Ein Rundgang mit QR-Code

Die Technik der Mühle

Die Pell- oder „Pelde“-Mühlen stellten in früheren Jahrhunderten das Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung, die Gerstengraupen her, die auf den Herden oder noch früher auf dem offenen Feuer der bäuerlichen Küchen mit Buttermilch zu einem dickflüssigen Brei gekocht wurden. Der Peldegang besteht aus nur einem Mahlstein, durch dessen Bewegung das schubweise zugegebene Mahlgut gegen ein gelöchertes Riffelbrett geschlagen und abgepellt wird.

Der zusätzliche Einbau eines Roggenmahlganges und sogar eines extra Mahlganges zur Weizenmehlproduktion zeugt von den sich ändernden Ernährungsgewohnheiten auf dem Lande. Zum Betreiben der Gallerieholländermühle müssen neben den Windbrettern Segel gesetzt werden.

© Text ↑ Arbeitsgemeinschaft Friesische Mühlenstraße ↑; Foto: Friedrich Lendrich.

Restaurierung

Der Galerieholländer von 1847 befindet sich insgesamt in einem guten Zustand; 2 Mahlgänge, 1 Getreidemühle, 1 Grützmühle sowie Sicht- und Aufzugsvorrichtungen aus der Zeit des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sind vorhanden. Die einzigartige Bauweise der Mühlen aus Naturbaustoffen bringt es jedoch mit sich, dass die Materialien nach einigen Jahren erneuert werden müssen. Im November 2013 wurde die Schlachtmühle in Jever in einer groß angelegten Aktion aufwendig renoviert.

So hatte sich der Holzwurm in den 216 Kämmen des Kammrades eingenistet, die allesamt ersetzt werden mussten. Ohne das Kammrad kann die Mühle ihre Windkraft nicht auf den Mühlstein übertragen. Ebenfalls erneuert wurde die Windrose, durch die sich die Mühle in den Wind drehen kann und alle zwölf Fenster der Mühle. Die Bilder zeigen die Ausbesserung von Schadstellen an der äußeren Hülle. Der Rohstoff, das Reet, stammt aus dem heimischen Hooksmeer bei Hookssiel.

Fotogalerie: Für eine größere Version klicken Sie bitte auf die Vorschaubilder.

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Öffnungszeiten Schlachtmühle und Mühlenscheune 2016

Mitte März (Kiewittmarkt) bis Mitte Oktober (Brüllmarkt)

Samstags, sonntags, an Feiertagen und Brückentagen von 14.00 bis 17.00 Uhr, im Juli und August zusätzlich mittwochs und freitags von 14.00 bis 17.00 Uhr.

Die nächsten Veranstaltungen:

Am Sonntag, dem 11. September 2016, dem Tag des offenen Denkmals, wird die Einweihung der neuen Galerie mit Bürgermeister Jan-Edo Albers gefeiert. Die Mühle ist von 14-17 Uhr geöffnet. Es gibt Kaffee, Tee, Kuchen, es wird gegrillt und es finden Kinderaktionen statt.

Am Sonntag, dem 9. Oktober 2016 zum Brüllmarkt ist der traditionelle Saisonabschluss mit Kaffee, Tee, Kuchen und Kinderaktionen von 14-17 Uhr.

Am Freitag, dem 21. Oktober 2016 trifft sich der Arbeitskreis um 18 Uhr bei der Schlachtmühle. Alle Interessenten sind herzlich willkommen!

Am Mittwoch, dem 7. Dezember 2016 ist ab 18 Uhr wieder der „Lebendige Adventskalender“ in der Mühle.