Wächtersbacher Keramik
im Schlossmuseum Jever

Einführung
Das Schlossmuseum Jever ist im Besitz von zwei gut erhaltenen Wächtersbachern Steingutservicen. Beide Geschirre stammen aus privaten Haushalten der Region.
Englisches Steingut hatte sich mit Beginn seines Exports Mitte des 18. Jahrhunderts sehr früh in den Häusern der Reeder und Befrachter des deutschen Nord- und Ostseeraums verbreitet und vor allem in den Küstengebieten als typisches und beliebtes Gebrauchsgeschirr etabliert. Als die kostengünstigen, industriellen Produktionstechniken der Steingutherstellung auch in den Porzellanfabriken Eingang fanden, ging der enorme Absatz von Steingut wieder zurück.
Entstanden sind die beiden Geschirre in der Wächtersbacher Steingutfabrik, die zu den bedeutenden Steingutherstellern Deutschlands zählt. Sie wurde 1832 in dem hessischen Ort Schlierbach bei Wächtersbach gegründet und ist eine der wenigen großen Fabriken, die bis zum heutigen Tag auf ihrem historischen Fabrikgelände Steingutartikel produzieren.
Wächtersbacher Keramiken stellen inzwischen aufgrund ihrer gestalterischen und produktionstechnischen Qualität ein beliebtes Sammelgebiet dar. Eine bemerkenswerte Sammlung von Wächtersbacher Keramiken war im Zuge einer Wanderausstellung im Museum Künstlerkolonie Darmstadt, im Museum für Angewandte Kunst Gera, im Vonderau-Museum Fulda und in den Staatlichen Museen Kassel zu sehen.
