Wallendorfer Porzellan
im Schlossmuseum Jever

Dekor / Blumendekore
Neben den auf ostasiatische Vorbilder zurückgehenden Dekoren hat sich der Dekortyp der "deutschen Blume" sehr schnell über alle Manufakturen verbreitet. Rosen, Tulpen, Margeriten und Vergissmeinnicht wurden meist zu naturalistischen Blumenbuketts arrangiert und mit breiter Farbpalette auf die Glasur der bereits gebrannten Geschirrteile aufgetragen. Die Aufglasurmalerei wird anschließend ein drittes Mal bei niedrigeren Temperaturen (ca. 800 °) eingebrannt. Die auf der Glasur liegenden Farben bieten zwar Polychromie und eine freiere Gestaltungsmöglichkeit, sind jedoch empfindlicher im Gebrauch als die Unterglasurfarben.
In dem ältesten erhaltenen Verkaufsbuch der Wallendorfer Porzellanmanufaktur wird "buntes Theeguth" bereits 1770 erwähnt. Dazu ist sicherlich auch das in Jever erhaltene Porzellan mit der "Ostfriesischen Rose" zu rechnen, das heute wieder unter dem Dekornamen "Rot Dresmer" besonders für den Ostfriesischen Raum produziert wird. Eine Kaffeekanne, eine Teekanne und eine Teetasse mit Unterschale zeigen das beliebte Dekor mit der großen offenen Purpur-Rose, die von kleinen eisenroten Blüten und grünen Blättern umgeben ist.
Ebenfalls weit verbreitet war, nicht nur in Wallendorf, die monochrome Aufglasurmalerei in Purpur. Neben der beliebten Landschafts- und Architekturmalerei gab es auch Blumenarrangements, die nicht polychrom, sondern ausschließlich in Purpur ausgeführt waren. Eine Tasse in Jever mit reliefiertem Flechtwerkdekor zeigt eine einzelne Tulpenblüte neben einem kleinen Strauß aus verschiedenen Blumen, Blättern und Blütenzweigen in einem dunklen Purpur-Violett. Ergänzt wird das Dekor durch zwei Streublumen.
