Wallendorfer Porzellan
im Schlossmuseum Jever

Dekor
Als es in Dresden zu Beginn des 18. Jahrhunderts gelang, Porzellan nach chinesischem Vorbild herzustellen, waren nicht nur die Zusammensetzung des "Weißen Goldes", sondern auch die typischen Dekore von Interesse, die als "Chinoiserien" in Europa großen Anklang gefunden hatten. Nach und nach entwickelte sich in Meißen aus den ostasiatischen Vorbildern ein eigener "europäischer" Dekorstil, der wiederum von den nachfolgenden Manufakturen übernommen wurde. Bald setzten sich die beliebtesten Muster und Dekore durch, zu denen die Blaumalereien "Strohblume" und "Zwiebelmuster", Blumenbuketts und Landschaftsszenen nach Antoine Watteau (1684-1721) gehörten.
Die Porzellanmanufaktur in Wallendorf übernahm selten Dekore, die eine sehr feine Pinselführung verlangten, und beschränkte sich neben der Blaumalerei und den Blumendekoren zumeist auf einfachere Landschaften und Architekturen in monochromer Purpurmalerei. Die in Jever erhaltenen Geschirrteile aus Wallendorfer Porzellan zeigen einen Querschnitt der in der Region zwischen Dollart und Jadebusen am weitesten verbreiteten Dekore.
Das mit Abstand am häufigsten anzutreffende Dekor ist die sogenannte Strohblume - in Jever sind 18 Wallendorfer Stücke mit diesem Muster erhalten. Neun Geschirrteile zeigen purpurfarbene Landschaftsmalerei und sind zum Teil mit einer Goldgirlande zusätzlich verziert. Sechs Stücke ziert ein Blumendekor - davon tragen allein vier die "Ostfriesische Rose". Eine Tasse mit Untertasse ist mit einem Monogramm in Purpur ausgestattet. Sämtliche Geschirrteile sind neben der Malerei zusätzlich mit einem Relief dekoriert. Meistens ist die Porzellanoberfläche innen oder außen mit einem Stabrelief überzogen. Daneben kommen an den Gefäßrändern auch Flechtdekore vor.
