Schlossmuseum Jever



Einführung

Porzellanherstellung

Wallendorf

Form

Dekor

Impressum

Wallendorfer Porzellan
im Schlossmuseum Jever


Einführung

Im Schlossmuseum Jever befinden sich insgesamt 34 Geschirrteile aus Wallendorfer Porzellan im Bestand. Es handelt sich um sieben Kaffeekannen, eine Teekanne, zehn Tassen, elf Unterschalen, einen Dosendeckel, eine Zuckerdose und drei Kannendeckel aus dem späten 18. Jahrhundert bzw. aus der Zeit um 1800. Die Stücke gehören unterschiedlichen Trinkgeschirren an, zeichnen sich aber durch gleichbleibende, einfache Formen und durch das fast allen gemeinsame Reliefdekor "gebrochener Stab" aus.

Form und Dekor dieser Wallendorfer Gebrauchsgeschirre waren sehr stark verbreitet und haben sich bis heute kaum verändert. Tassen und Untertassen sind von einfacher Schalenform, die Kaffeekannen sind birnenförmig, die Teekanne besitzt Kugelform. Besonders beliebt war und ist das widerstandsfähige Unterglasurdekor mit der sogenannten Strohblume in Kobaltblau - eine Farbe, die die hohen Brenntemperaturen des Schmelzbrandes verträgt. Daneben sind einige Stücke mit der "Ostfriesischen Rose" in polychromer Aufglasurmalerei sowie Blumen- und Landschaftsdekore in Purpurmalerei erhalten.

Die Wallendorfer Porzellanmanufaktur wurde als eine der ältesten Thüringer Porzellanfabriken 1764 von Johann Wolfgang Hammann gegründet und produziert bis heute am historischen Standort in dem kleinen Ort Lichte-Wallendorf qualitätvolles Porzellan. Im Laufe der Jahrhunderte haben sich die Bestände der ehemals weit verbreiteten Wallendorfer Trinkgeschirre aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert stark dezimiert und sind begehrte Sammlerobjekte geworden. Heute befinden sich die bedeutendsten Sammlungen Wallendorfer Porzellans in Museen im In- und Ausland, z.B. im Thüringer Museum in Eisenach, im Angermuseum in Erfurt, im Leipziger Museum des Kunsthandwerks oder in der Eremitage von St. Petersburg.

Wallendorfer Teeservice waren in Friesland und Ostfriesland bereits im ausgehenden 18. Jahrhundert als sogenanntes "Dresmer Teegood" (Dresdener Teegut) sehr beliebt. Wallendorfer Porzellane hatten in der Region den weitaus größten Anteil, wie auch der Querschnitt im Schlossmuseum Jever zeigt, und waren als das "Ostfriesische Teegeschirr" bekannt. Der Name "Dresmer" ist bis heute geblieben: Nach über 70jähriger Produktionspause werden die Serien "Blau Dresmer" (Strohblumenmuster) und "Rot Dresmer" (Ostfriesische Rose) wieder in den traditionellen Formen und Dekoren in Wallendorf hergestellt.


Zu den SammlungenzurückblätternweiterblätternSeitenanfang