Schlossmuseum Jever



Einführung

Porzellanherstellung

Wallendorf

Form

Dekor

Impressum

Wallendorfer Porzellan
im Schlossmuseum Jever


Anfänge der Porzellanherstellung in Thüringen

Bereits seit dem 15. Jahrhundert hatte das kostbare chinesische Porzellan seinen Weg nach Europa gefunden. Seit dem späten 16. Jahrhundert wurde es vor allem von den europäischen Fürstenhäusern importiert, die sich mit erlesenen Geschirren und Dekorationsstücken versorgten. Um die teuren Importe zu reduzieren, wurden seit dem 17. Jahrhundert vermehrt Fayencen hergestellt - zinnglasierte Irdenware, die aber nicht die Feinheit und die Transparenz des echten Porzellans erreichte.

In den Jahren um 1710 bis 1717 gelang dem Alchimisten Johann Friedrich Böttger zusammen mit dem Physiker Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und dem Bergrat Carl Pabst von Ohain die "Neuerfindung" des "Weißen Goldes" in der Versuchswerkstatt Augusts des Starken in Dresden. Das europäische Porzellan besteht aus gemahlenem Quarz, Feldspat und Kaolin, die bei hohen Temperaturen von 1400 bis 1500°C eine feste Verbindung miteinander eingehen und das Material hart und wasserundurchlässig machen.

In den folgenden 40 Jahren war die nach Meißen verlegte Porzellanmanufaktur nahezu konkurrenzlos und blieb federführend in der Entwicklung von Formen und Dekoren, die sich zunächst noch stark an die chinesischen Vorbilder anlehnten. Das ursprünglich streng gehütete Geheimnis der Porzellanherstellung, das "Arkanum", wurde durch Abwerbung, Desertierung und Werksspionage sowie durch fortwährend weitergeführte Experimente im Laufe der Zeit jedoch immer mehr verbreitet. Schließlich entstanden neben den fürstlichen Manufakturen eine Reihe von privaten Unternehmen, die sich vermehrt in Thüringen niederließen, wo die Rohstoffvorkommen an Quarz, Kaolin, Wasser und Holz sowie die vorhandenen Arbeitskräfte beste Voraussetzungen boten.

Die Fabrikgründungen reihten sich schnell aneinander: 1757 Gotha, 1760 Kloster Veilsdorf, 1762 Rudolstadt-Volkstedt, 1764 Wallendorf, 1772 Limbach, 1777 Ilmenau, 1777 Groß-Breitenbach, 1779 Gera, 1781 Schney, 1783 Rauenstein, 1790 Blankenhain, 1794 Tettau, 1797 Eisenberg, 1800 Pößneck. Mit der zunehmenden Beliebtheit der Heißgetränke Tee, Kaffee und Kakao verbreiteten sich die relativ preisgünstigen Thüringer Trinkgeschirre in ganz Europa. Thüringer Händler brachten Wallendorfer Porzellan nach Ostfriesland, wo es bei den passionierten Teetrinkern bald als typisches Teegeschirr Verwendung fand.


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