Sonderausstellungen
Schlossmuseum Jever
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Wirklich wahr? Echt!.
Bilder und Objekte erzählen Geschichte – eine neue Audioführung im Schlossmuseum Jever
ab Mai 2010

Was ist wahr, was ist wirklich? Fragt man sich selbst, wie man den letzten Tag, die letzte Woche, das letzte Jahr verlebt hat, so ist die eigene Wahrnehmung oft eine andere als die des Nachbarn. Selbst wenn die Erinnerung durch Bilder und Objekte unterstützt wird, gibt jeder dem Erinnerungsstück eine andere Wirklichkeit, eben eine ganz Persönliche.

Objekte mit Geschichten

Gerade in einem kulturgeschichtlichen Museum gibt es eine Menge an Objekten, die eng mit Geschichte verbunden sind und was besonders wichtig ist, die auch entsprechend dokumentiert sind. Um einige Objekte ranken sich Sagen und Legenden: das Kettenhemd Fräulein Marias, das Bild des letzten Wolfes des Jeverlandes, das schwarze Brautkleid aus den 50er-Jahren ...

In einer neuen Audioführung wird z. B. der Frage nachgegangen, wie sich Überlieferung zusammensetzt, wie sie historische Wirklichkeit darstellt. Der Besucher wird angeregt, über das eigene Verständnis von Wirklichkeit zu reflektieren oder kann über die originalen Zeugnisse einen spannenden Zugang zum Museum finden.

Östringfelder Wolf, M. Schwitters, 18. Jh.Das Gemälde des letzten "Wolfes des Jeverlandes" von Meppe Schwitters, der so genannte Östringfelder Wolfsschuß, erzählt zum Beispiel eine ins sagenhafte überzeichnete Geschichte. Als der fürstliche Jäger Anton Richter am Abend des 2o. November 1738 vor die Hintertür des väterlichen Anwesens auf dem Östringer Feld bei Schortens trat, hatte er eine Begegnung, die noch über zweihundert Jahre im Gedächtnis der Menschen bewahrt werden sollte. In einiger Entfernung sah der junge Wildschütz einen dunklen Schatten über das Hofgelände des Klostergutes streifen. Als das fahle Mondlicht die Gestalt traf, erkannte er die Silhouette eines Tieres: Es war ein Wolf. Ohne zu zögern nahm der Jäger sein Gewehr zur Hand, um das Tier zu erlegen, doch es war nicht geladen. Daraufhin riss er sich beherzt einen Knopf von seiner Weste und schoss so den Wolf tot.

Ob Wolf, ob Hund, über diese Frage streiten sich bis in die heutige Zeit die Gemüter. Wie viel Bedeutung der Tat beigemessen wurde, zeigt sich in den beiden Gemälden des Jeveraner Malers Meppe Schwitters, der mit dem Auftrag betraut wurde, ein Portrait des getöteten Wolfes für das Jever Schloss anzufertigen.

Ein weiteres Bild des Malers gibt die klare Mondnacht wieder, in welcher Anton Richter dem Wolf begegnete. Auch hier hielt sich der Künstler stark an die Beschreibungen des Jägers und überliefert uns eine fast authentische Momentaufnahme von dem Schuss.

Diese Ausstellung ist der Beitrag des Schlossmuseums zum Projekt "Abenteuer Wirklichkeit".

Weitere Informationen:

Ostfriesland: Abenteuer Wirklichkeit