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Kleidung und Mode

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Einführung

Brautkleid im Jugendstil. Anfang 20. Jh.
Brautkleid im Jugendstil. Anfang 20. Jh.

Das Schlossmuseum Jever verfügt mit ca. 1800 Objekten über eine umfangreiche Sammlung an Kleidung, Accessoires und anderen textilen Objekten aus der Region aus dem 18. bis zum 20. Jahrhundert: Frauen-, Männer- und Kinderkleidung, Fest- und Alltagskleidung, Fächer, Schirme, Hauben, Wäsche, Accessoires und Schmuck. Bereits der 1886 gegründete Altertumsverein legte bei seiner Sammlungstätigkeit einen Schwerpunkt auf Kleidung.

Die Sammlung veranschaulicht die regional-geschichtliche Entwicklung sowie modisches Bewusstsein und ästhetisches Empfinden der Jeverländer, die sich am Puls der Zeit orientierten. Von Rokoko, Empire und Biedermeier über Zweites Rokoko und Tournüre bis zur Reformmode, Mode der 1920er Jahre und der Nachkriegszeit lassen sich die Modeströmungen in der Sammlung wiederfinden. Dabei überwiegt die weibliche Festtagskleidung, da sie am ehesten aufbewahrt wurde. Die Alltagskleidung dagegen ist, wie auch Männerkleidung und Uniformen, nicht in die Sammlung gekommen.

Als non-verbales und visuelles Kommunikationsmittel stellt Kleidung eine Möglichkeit dar, ein Statement im öffentlichem Raum zu setzen. Denn sie ist unmittelbar mit der Person verknüpft und kann je nach Epoche und Zeit als ein Ausdruck für sozialen Status, Stand, Reichtum, Zugehörigkeit zur sozialen Gruppe, Faible für etwas, Weltanschauung gelten.

Textilien zählen zu den attraktivsten, aber auch zu den problematischeren Sammlungsgebieten eines Museums. Eine dauerhafte Präsentation kann den lichtempfindlichen Textilien Schaden, da sie besonderer konservatorischer Anforderungen unterliegen. Aus diesen Überlegungen heraus entstand dieses virtuelle Schaumagazin. Anhand ausgewählter Stücke sollen Einblicke in die Sammlung des Schlossmuseums Jever ermöglicht werden.

Rokoko

Frauentasche, 18. Jh. Baumwolle, bedruckt.
Frauentasche. 18. Jh. Baumwolle, bedruckt.

Das 18. Jahrhundert ist das letzte Jahrhundert mit einer höfischen Reglementierung der Mode. Europa orientierte sich an der Mode des französischen Hofs. Die Mode des Rokoko gilt als Fortführung des Barocks, für die allerdings das Ornamentmotiv und die Asymmetrie im Dekor charakteristisch sind. Teure Materialien wie Seidenbrokate, Seidendamaste und Samt, Edelsteine, Silber und Gold, aufwendige Verarbeitung (Seidenstickereien, Rüschen, Falten, Spitzen) zeugen vom Repräsentationsbedürfnis ihrer Besitzer. Die überlieferten Sammlungsstücke des Schlossmuseums Jever aus dem 18. Jahrhundert belegen das modische Bewusstsein und den Reichtum der Marschenbauern und der kleinstädtischen Oberschicht der Region.

Im höfischen Rokoko setzte sich das Kleid aus einem Manteau und einem Rock zusammen. Das Manteau bestand wiederum aus einem engen, mit mehreren Fischbeinstäben verstärkten Miederoberteil und aus einem daran anschließendem Rock (Manteau-Rock), der häufig in der vorderen Mitte offen war. Darunter wurde der Rock angezogen, die sogenannte Jupe, die aus gleichem oder anderem Stoff wie das Manteau sein konnte. Die verschiedenen Formen des Manteau-Rocks sind beispielsweise: Robe à la Française (charakteristisch sind die von den Schultern herabfallenden, großen Watteaufalten), Robe à l’Anglaise (sehr stoffreiches, von Schulter bis Boden reichendes Rückenteil, dessen obere Partie auf Figur gefaltet wurde und im unteren Bereich die Falten zu einem weiten Rock auf springen) oder Robe à la Polonaise (der Kleidrock wird hinten mit Hilfe zweier Schnüre oder Bänder hochgerafft). Mit Reifröcken wurden die Form und das Volumen erzeugt, um die Pracht der Kleider stärker zur Geltung zu bringen.

Bruststecker. 18. Jh. Leinwand, Metall um Seele, gestickt.
Bruststecker. 18. Jh. Leinwand, Metall um Seele, gestickt.
Bruststecker (Detail), 18. Jh.
Bruststecker (Detail). 18. Jh.

Zum besonderen Aufputz des Kleides zählte der keilförmige Stecker oder Bruststecker, der Miedereinsatz, der unter die Schnürung des Oberteils gesteckt oder oberhalb der Schnürung eingehakt wurde. Er kommt in vielfältigen Farbnuancen vor und wurde aus Seidenbrokat, Gold- und Silberspitze hergestellt oder aufwendig bestickt. Der Stecker konnte schnell ausgewechselt werden und trug wesentlich zu der Wirkung des Kleides bei. Ein Exemplar befindet sich in der Sammlung des Schlossmuseums. Der Stecker ist aus einem lose gewebten, goldfarbenen Gewebe gearbeitet und mit mehrfarbiger Blumenstickerei mit Einsatz aus Gold- und Seidenstickerei verziert.


Caraco, Ende 18. Jh. Seidendamast, Rückansicht
Caraco. Ende 18. Jh. Seidendamast, Rückansicht.

Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts kommt, zunächst in England, die Schoßjacke (Caraco) auf. Mit Schnürmieder verstärkt und mit einem Schößchen angesetzt, wurde die Caraco-Jacke mit Röcken aus gleichem oder anderem Stoff getragen. Die Caraco-Kleider standen gleichberechtigt mit der Robe Manteau. Drei solcher Caracos befinden sich in der Sammlung des Museums.

Der goldfarbene Caraco ist aus Seide und in Damastwebtechnik ausgeführt. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ist diese Schoßjackenart sehr verbreitet. Das bizarre Muster des Caraco – neben- und ineinander übergehende florale, vignettenartige und ornamentale Motive ohne einen erkennbaren Zusammenhang – ist charakteristisch für das 18. Jahrhundert. Das Schößchen ist in der Taille in Falten gelegt, hüftlang und vorne ebenso lang wie hinten. Der Caraco hat ein tiefes, eckiges Dekolleté und ist im Brustbereich mit dem Schnürmieder versehen. Der Rücken hat eine kleine Watteaufalte, die charakteristisch für die Robe à la Française ist.

Der braune Caraco mit weißen floralen Motiven und der violette Caraco mit weißen, roten und blauen floralen Motiven verfügen über die glatten Schöße und sind hüftlang geschnitten. Beide schließen vorne mit Haken-Verschluss. Auf der Rückseite unterhalb der Taille verfügt das Schößchen über zwei Schlitze, die zum Durchgreifen dienen, um die Rockschleppe anheben zu können. Farbig bedruckte Baumwollstoffe mit bunten Blumen(ranken), die sogenannten „Indienne“, sind bezeichnend für den englischen Einfluss.

Caraco, Ende 18. Jh. Seidendamast, Vorderansicht.
Caraco. Ende 18. Jh. Seidendamast, Vorderansicht.
Der braune Caraco. Letztes Viertel 18. Jh. Leinwand, Baumwolle, bedruckt.
Der braune Caraco. Letztes Viertel 18. Jh. Leinwand, Baumwolle, bedruckt.
Der violette Caraco. Letztes Viertel 18. Jh. Leinwand, Baumwolle, bedruckt.
Der violette Caraco. Letztes Viertel 18. Jh. Leinwand, Baumwolle, bedruckt.

Für das bürgerliche Alltagsleben wurde der Rock des Caraco-Kleides verkürzt, um mehr Bequemlichkeit zu erzielen. Der tiefe Dekolletébereich wurde in den 1780er Jahren mit einem Brusttuch, dem Fichu, bedeckt. Alle drei Caracos haben gerade, dreiviertellange Ärmel, die nach hinten etwas länger verlaufen und mit faltenartigen Rüschen abschließen. Die Caracos sind ein Beispiel für die aufkommende bürgerliche Kleidung und den Wandel des Zeitgeistes.


Damenschuhe, 18. Jh. Seidenbrokat, Leder, Holz, Silberspitze.
Damenschuhe. 18. Jh. Seidenbrokat, Leder, Holz, Silberspitze.

Die Verwendung kostbarer Stoffe und die aufwendige Verarbeitung setzen sich in der Garderobe fort, beispielsweise in der Fußbekleidung und der Kopfbedeckung. Die modischen Stöckelschuhe des Rokoko weisen einen französischen Absatz auf und waren vorne spitz und leicht gebogen. Üblicherweise entsprachen sich linker und rechter Schuh und konnten gewechselt werden. Mit broschierten oder bestickten Seiden überzogen wurden die Schuhe mit Metallspitze aus Gold oder Silber verziert. Hohe Absätze, sowohl in der Frauen- als auch in der Männermode, symbolisierten im 18. Jahrhundert einen gesellschaftlich hohen Stand.

Damenschuhe. 18. Jh. Leder, Seide, Leinen, bestickt.
Damenschuhe. 18. Jh. Leder, Seide, Leinen, bestickt.

Zwei Paar Damenschuhe sind hier zu sehen. Ein Paar aus Seidenbrokat in den Farben rot, gelb, grün, braun weist eine Schnabelform auf und verfügt über einen französischen Absatz aus Leder. Eine Silberstickerei ziert den Einstiegsrand, die Lasche sowie die Spangen, die unterhalb der Laschen angebracht sind.

Das blaue und weit ausgeschnittene Paar besteht aus bestickter Seide. Die Seide, die sich vollständig um den Absatz zieht, ist mit zum Teil silberner Blumenstickerei verziert. Sehr wahrscheinlich wurde das Paar nur in Innenräumen getragen.


Frauenhaube, 1750-1850. Seidenbrokat, Baumwolle, Goldspitze.
Frauenhaube. 1750-1850. Seidenbrokat, Baumwolle, Goldspitze.

Zum textilen Bestand des Museums gehören etwa 150 Hauben in unterschiedlichen Formen. Kennzeichnend für viele Hauben des ausgehenden 18. Jahrhunderts ist der friesische Schnitt: zwei abgerundete Hälften sind über die Mittelnaht verbunden und im Nacken in Falten gelegt.

Kinderhaube, 18. Jh. Seidenbrokat, Goldspitze, Tüllspitze.
Kinderhaube. 18. Jh. Seidenbrokat, Goldspitze, Tüllspitze.

Vielfach wurde Samt oder ein gold- oder seidenbroschierter mit Goldfadenspitze versehener Stoff verwendet. Eine Frauenhaube aus Schortens aus goldgelbem Seidenbrokat mit Blütenmuster in gold, gelb, rot, weiß, blau, grün steht beispielhaft für diese friesische Form.

Der äußere Haubenrand und der Mittelteil wurden mit Goldspitze aus Zerbster Produktion verziert. Geschlossen wird die Haube mit zwei goldfarbenen Bändern. Ein anderes Exemplar ist eine Kinderhaube 18. aus rotem Seidenbrokat, Goldspitze und Tüllspitze.


Taufkleid im Chinoserie-Stil (Detail), 18. Jh.
Taufkleid im Chinoserie-Stil (Deteil). 18. Jh.
Taufkleid im Chinoserie-Stil, 18. Jh. Seide, bestickt.
Taufkleid im Chinoserie-Stil. 18. Jh. Seide, bestickt.

Sehr beliebt und aufwendig waren auch die so genannten Chinoiserien. Eine China-Begeisterung, die im 18. Jahrhundert in Europa mit dem Interesse an allem Exotischem einherging, führte dazu, dass die asiatischen Muster gerne adaptiert wurden. Von dieser Chinamode ist auch dieses blaue Taufkleides inspiriert. Das mit verschiedenfarbigen, floralen Motiven bestickte Seidenkleid ist ein Beispiel für den Aufwand, den die vermögenden Schichten des Jeverlandes zu feierlichen Anlässen betrieben. Entlang der unteren Kante führt eine goldfarbene Borte. Ebenso auf den Ärmeln, die glatt und lang sind. Das Kleid ist lang, schmal zugeschnitten und wird hinten mit gelben Bänder verschlossen. Es ist innen mit naturfarbenem Atlas gefüttert. Die verwendeten Materialien und die Übernahme höfischer Moden machen deutlich, wie sehr sich die bäuerlich-bürgerliche Oberschicht an der Prachtentfaltung des Adels orientierte.


Fächer, Ende 18. Jh. Elfenbein, Perlmutt, Seide, bemalt.
Fächer. Ende 18. Jh. Elfenbein, Perlmutt, Seide, bemalt.

Ein weiteres modisches Accessoire war der Fächer, der sowohl als ein Statussymbol als auch als ein Hilfsmittel der Koketterie fungierte. Eine Fächersprache diente zum Austausch von nonverbalen Geheimbotschaften. Erste in der Hand gehaltene Fächer kommen im 16. Jahrhundert in Italien auf. Die Fächer boten eine große Bandbreite an Dekorationsmöglichkeiten an. Sowohl die Stäbe als auch die Blätter wurden verziert. Die Stäbe aus Elfenbein, Schildpatt oder Holz wurden vergoldet, beschnitzt, durchbrochen oder bemalt. Das Blatt bestand zu dieser Zeit aus Papier, Leder oder Seide, die bemalt oder bestickt wurden. Die typische Dekoration stellte Schäfer-, Bibel- oder Hafenszenen dar. Nicht selten waren auch höfische Szenen zu sehen, wie sie dieser Fächer zeigt. Er besteht aus 13 geschnitzten Elfenbeindeckstäben mit einem Blatt aus bemalter und paillettenbespannter Seide. In den äußeren Stäben sind Perlmuttplättchen eingelassen. Die meisten Fächer sind Faltfächer. Im 19. Jahrhundert sind dann die Briséfächer populär, dessen Stäbe als Plättchen aneinander gereiht sind und durch ein Band zusammen gehalten werden.

Gegen Ende des 18. Jahrhundert wandelt sich die Mode: Locker fallende Röcke und das Abzeichnen der natürlichen Körperformen in der Kleidung schlagen ein neues Kapitel auf und spiegeln die beginnende Zeit nach der französischen Revolution.

19. Jahrhundert

Die Französische Revolution 1789 erschütterte alte ständische Ordnungen und zog die Suche nach neuen Traditionen nach sich. In diese Phase des politischen und kulturellen Umbruchs fiel die Begeisterung für die Antike und die Sehnsucht nach Reinheit, die sich auch in der Mode widerspiegelte.

Empire

Ein radikaler Umschwung prägt die Mode des beginnenden 19. Jahrhunderts. In der Frauenmode kam dies vor allem in der Abkehr von allen den Körper einengenden Staffagen, Korsetts und Polsterungen zum Ausdruck. Anstelle der Reifröcke und Roben traten nun die unter der Brust gegürteten, frei fallenden Hemdkleider. Überwiegend weiche, fließende Stoffe wie dünne Baumwolle und Leinen, Musselin, Mull, Kattun oder Tüll geschmückt mit zarten weißen Applikationen und Stickereien wurden bevorzugt. Diese Hemdkleider, die sogenannten Chemisen, hatten die griechische Antike zum Vorbild und waren so leicht und (fast) durchsichtig, dass sie von den Zeitgenossen als „Nacktmode“ bezeichnet wurden.

Violettes Empirekleid. Anfang 19. Jh. Seidenbrokat.
Violettes Empirekleid. Anfang 19. Jh. Seidenbrokat.
Violettes Empirekleid. Anfang 19. Jh. Seidenbrokat.
Violettes Empirekleid. Anfang 19. Jh. Seidenbrokat.

Violettes Empirekleid (Rückendetail). Anfang 19. Jh. Seidenbrokat.Die Sammlung verfügt über zwei Kleider aus dieser Zeit. Das violette Empire-Kleid ist ein Brautkleid aus Seidenbrokat, gemustert mit grün-violetten Rauten und gelb-weißen Streublumen. Die hohe Taille sowie der weite, bodenlange und um die Taille ringsum gekräuselte Rock, der in einer kurzen Schleppe ausläuft, lassen den Busen zur Geltung kommen. Der Halsausschnitt ist halbrund gearbeitet und kann über ein Band eingehalten werden. Das Oberteil eines Empirekleides konnte vorne und hinten gleichgeschnitten sein.

 
Empirekleid mit rot-weißen Karos. Um 1815. Baumwolle, gewebt.
Empirekleid mit rot-weißen Karos. Um 1815. Baumwolle, gewebt.
Empirekleid mit rot-weißen Karos. Um 1815. Baumwolle, gewebt.
Empirekleid mit rot-weißen Karos. Um 1815. Baumwolle, gewebt.

Ein weiteres Beispiel ist das baumwollene Empirekleid mit einem weiß-roten Karomuster mit hoher Taille und mit kurzen Puffärmeln. An das Oberteil, das mit einem Mieder verstärkt ist, schließt der fallende Rock vorne glatt und im Rücken eingereiht an. Der Halsausschnitt ist halbrund gearbeitet und kann, wie auch die Taille, mit einem Band eingehalten werden. Oberhalb des bodenlangen Rocksaumes ergänzen weiße Querstreifen das Muster.

Biedermeier

In Österreich und Deutschland bezeichnet man die Zeit, die politisch von zwei einschneidenden Ereignissen, dem Wiener Kongress (1814) und der Revolution (1848/49) umrandet wird, als Biedermeier. Der Rückzug ins Private und Häusliche kennzeichnet diese Stilrichtung. In der Literatur und Musik ist es die Zeit der (Spät)Romantik. Bezeichnend ist für diese Epoche auch die Abwendung von klassischen Vorbildern und Hinwendung zu der eigenen Kultur und Geschichte.

Biedermeierkleid. 1830-1860. Baumwolle, bedruckt.
Biedermeierkleid. 1830-1860. Baumwolle, bedruckt.
Biedermeierkleid. 1830-1860. Baumwolle, bedruckt.
Biedermeierkleid. 1830-1860. Baumwolle, bedruckt.

Die Proportionen der Figur ändern sich dahingehend, dass das Korsett und der Reifrock wieder aufkommen. Die Beweglichkeit der Frau reduziert sich auf ein Minimum. Der Oberkörper wurde mit herabgezogener Schulterlinie und weit ausladenden Keulenärmeln (auch Hammelkeulenärmel, Elefantenohrenärmel, Ballon- und Schinkenärmel genannt) hervorgehoben.

Dieses Biedermeierkleid aus bedruckter Baumwolle mit braunen Blüten und grünen Blättern kommt aus dem Raum Schortens (Friesland) und ist ein typisches Beispiel für diese Zeit. Unterhalb der Schultern setzen weite Hammelkeulenärmel an. Der Halsausschnitt ist oval zugeschnitten und kann über ein Band eingehalten werden. Charakteristisch für die neue Mode ist auch das Korsett beziehungsweise ein mit einem Mieder verstärktes Oberteil, das im Rücken geschnürt wird. Die Taille, die an ihren ursprünglichen Platz zurückkehrt, und der über dem Boden schwebende Saum des Rockes kennzeichnen ebenfalls diesen Stil. Im Gegensatz die den ausgefallenen Proportionen steht die schlichte Gestaltung der Stoffe: Pastellfarbene, graue, beige Töne mit einfachen Blumenranken, Früchten oder Blättern oder auch zart gestreifte und karierte kamen in Mode.

Damenjacke. Zwischen 1820-1850. Baumwolle, bedruckt.
Damenjacke. Zwischen 1820-1850. Baumwolle, bedruckt.

Damenjacke (Detail Stoffmuster). Zwischen 1820-1850. Baumwolle, bedruckt.Damenjacke (Rückenansicht). Zwischen 1820-1850. Baumwolle, bedruckt.Wie das Kleid so ist auch diese Damenjacke aus einem bedruckten Baumwollstoff gefertigt. Die enganliegende Jacke verfügt über eine etwas erhöhte Taille und ein Dekolleté in V-Form. An den Schulternähten sind die beiden vorderen Partien stark gekräuselt, bilden Volumen im Brustbereich und sind im vorderen mittleren Taillenbereich stark zusammengerafft und abgesteppt. Die Jacke wird vorne geschlossen, wobei bei den vorderen Jackenteilen der rechte Teil den linken überdeckt. Dadurch hat die Jacke einen verstellbaren und damit raffinierten Verschluss und variiert im Taillenumfang von ca. 65 bis 75 cm.

 
Damenmantel mit Pelerine (Forderansicht). Um 1850. Baumwolle, bedruckt, wattiert.
Damenmantel mit Pelerine. Um 1850. Baumwolle, bedruckt, wattiert.
Damenmantel mit Pelerine (Rückenansicht). Um 1850. Baumwolle, bedruckt, wattiert.
Damenmantel mit Pelerine. Um 1850. Baumwolle, bedruckt, wattiert.

Die Keulenärmel wurden mit Rosshaaren oder mehreren Schichten Stoff verstärkt und waren sehr voluminös. Daher waren Übergewänder oder Mantillen beliebt. Dieser gelb-grün-blau gestreifte und mit schwarzem Rankwerk bedruckte Umhangsmantel stammt aus der Spätbiedermeierzeit und wurde von der Frau des Bürgermeisters in Jever getragen. Der Mantel verfügt über eine Pelerine, die ringsum an die Schulter gesteppt ist und bis zur Taille reicht. An den runden Halsausschnitt schließt ein Schulterkragen an. Der Mantel hat keine Armschlitze, sondern es befindet sich je eine Tasche für die Hände auf der Innenseite im Brustbereich, die zum Zusammenhalten des Mantels gedacht sind.

 
Kleid mit Schneppentaille (Forderansicht). Um 1850. Musselin.
Kleid mit Schneppentaille. Um 1850. Musselin.
Kleid mit Schneppentaille (Rückenansicht). Um 1850. Musselin. Kleid mit Schneppentaille. Um 1850. Musselin.Dieses weiße Kleid, aus zwei gazeartig gewebten Stoffen, könnte man als Mischform zweier Epochen bezeichnen. Die niedrige Schulterlinie und der ungefähr knöchellange Saum sind Besonderheiten der Biedermeier-Zeit. Das Oberteil läuft vorne in eine spitze Schneppe aus. Die halblangen Nonnenärmel – am Armansatz eng, zum Ellenbogen weit – und der dreistufige weite Rock kündigen bereits die neue modische Epoche der Krinolinenzeit an.

Etwa ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kommt in Mitteleuropa die Stilrichtung des Historismus auf. Die Strömung zeichnet sich dadurch aus, die älteren Stilrichtungen aufzugreifen und auch zu kombinieren. Das Repräsentationsbedürfnis wird erneut verstärkt nach außen getragen.

Zweites Rokoko
Durch den wirtschaftlichen Aufschwung und den gesellschaftlichen Wandel wurde die Kleiderfülle erneut beliebter und avancierte zum Symbol des Wohlstandes. In dieser Zeit kam die Krinoline (franz. crin – Rosshaar) auf, die die Röcke in Anlehnung an höfisches Rokoko erneut groß und voluminös werden ließ. Diese Zeit  wird in der Modegeschichte auch Zweites Rokoko genannt. Der Unterrock mit Rosshaar verstärktem Gewebe verlieh dem Kleidrock eine Art Kuppelform. In der Kleidungsgeschichte sind Krinolinen mit einem Saumumfang bis zu 8 Meter bekannt.

Zweiteiliges Kostümkleid. Mitte 19. Jh. Seidedamast, Leinwand (Futter).
Zweiteiliges Kostümkleid. Mitte 19. Jh. Seidedamast, Leinwand (Futter).
Zweiteiliges Kostümkleid (Seitenansicht). Mitte 19. Jh. Seidedamast, Leinwand (Futter). Zweiteiliges Kostümkleid (Rückenansicht). Mitte 19. Jh. Seidedamast, Leinwand (Futter).Das braune, blumengemusterte, zweiteiliges Seidenkleid (auch Kostüm- oder Jackenkleid genannt) spiegelt das in besonderer Weise wider. Diese Jackenkleider dominieren bis zum Ende des 19. Jahrhunderts die Mode. Augenscheinlich fällt der große kuppelförmige Rock auf, dessen Falten nicht wie bei Biedermeierkleidern hinten, sondern am Taillenbund gleichmäßig verteilt sind. Der Rock ist nicht gefüttert, wurde aber mit Unterröcken getragen. Deutlich erkennbar ist der gesunkene Saum, der durch eine dunkle Stoß- und Schutzborte abgesetzt und damit vor Abnutzung geschützt wurde. Das Oberteil ist hochgeschlossen und liegt eng an. Der Brustbereich, mit einer schwarzen Fransenborte sowie mit einem schwarzen Samtband in V-Form besetzt, weist ein wiederkehrendes dekoratives Element der Kostüm- bzw. Jackenkleider der Krinolinenzeit auf. Das Samtband findet sich auch an den unteren Ärmelrändern. Vier große Knöpfe dienen im Brustbereich als Verschluss.

Damenjacke mit Moireffekt. Mitte 19. Jh. Baumwolle, Leinen (Futter).
Damenjacke mit Moireffekt. Mitte 19. Jh. Baumwolle, Leinen (Futter).

Die Pagodenärmel sind ein weiteres charakteristisches Merkmal dieser Mode. Diese sind am Ärmelausschnitt enger und zum Ellenbogen hin weiter gefasst und konnten gebogen und glatt, jedoch nicht enganliegend sein. Das Seidenkleid verfügt über Nonnenärmel, eine Unterart der Pagodenärmel.

Die blau-violette Damenjacke, die durch einen mit einem naturfarbenen Bortenband verzierten Schlitz auffällt, zeigt ebenfalls typische Pagodenärmel. Das Muster imitiert einen Moiréeffekt. Die Imitation liegt in diesem Fall darin, beim Druck die visuelle Mehrschichtigkeit des Gewebes zu erzeugen. Der Halsausschnitt ist halbrund und enganliegend zugeschnitten. Das Oberteil reicht ungefähr bis zur Taille, in der es sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite in einer Schneppe ausläuft. Die Brustpartie bildet zu den Schultern hin je eine Falte. Die Mitte des Oberteils dominieren die immer kleiner werdenden, gesteppten Falten, die zur Taille hin verlaufen.

 
Damenjacke. Mitte 19. Jh. Seidendamast, Leinen (Futter).
Damenjacke. Mitte 19. Jh. Seidendamast, Leinen (Futter).

Ebenfalls verfügt die schwarze Damenjacke aus Seidendamast mit Blumen und Blättern über eine Schneppe, die die Stofffülle des Oberteils zur Taille hin auffängt und in Falten dekoriert, wobei sie auch die Taille zierlicher und den Rock voluminöser wirken ließ. Die Vorderseite hat am Ärmelansatz je eine Falte. Unterhalb der Schulter setzen die sogenannten Hammelkeulenärmel der Spätbiedermeier-Zeit an. Diese sind oben in 5 Quetschfalten gelegt, gehen weit ab und werden in weitere fünf Quetschfalten gelegt und als Abschluss von einer Manschette eingefasst. Diese Machart ist sehr untypisch für die Mode für des Zweiten Rokokos, zeigt jedoch, wie Mischformen und persönlichen Vorlieben der Trägerinnen eine Rolle spielten. Fernab von Modemetropolen wie Paris oder Wien wurden nicht selten neue Moden unter Beibehaltung einiger alter Elemente oder auch lokalen Ausprägungen aufgegriffen.

Zuavenjacke (Damenjacke). nach 1860. Seide, Baumwolle, Glasperlen.
Zuavenjacke (Damenjacke). nach 1860. Seide, Baumwolle, Glasperlen.

Zuavenjacke (Damenjacke). nach 1860. Seide, Baumwolle, Glasperlen. Perlenstickerei-RückenDiese schwarze Seidenjacke in Atlasbindung ist eine so genannte Zuaven-Jacke, die ab 1860 in Mode kommt und in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert mit einem Rock und einer meist weißen Bluse getragen wird. Die Zuaven-Jacke ist ursprünglich eine an orientalische Trachten angelehnte Uniform der zunächst in Algerien und dann in Nordafrika rekrutierten Söldner. Die Jacke ist tailliert und anliegend und wird vorne am Halsausschnitt mit einem Haken geschlossen, was ein typisches Merkmal für diese Jackenart ist. Die Rückenpartie ist in einer Prinzessnaht gearbeitet und läuft in ein kleines Schößchen aus. Der Halsausschnitt und der Saum sind mit einer umlaufenden Perlenstickerei geschmückt. Die Perlenstickereien finden sich am Ärmelansätzen und Manschetten wieder. Die Ärmel sind lang, weit, glatt und etwas gebogen.

Gründerzeit
Die Gründung des Deutschen Reiches um 1871 geht mit einem Ausbau der Industrialisierung einher. In der Textil- und Bekleidungsindustrie kam es nicht nur zu einer Fülle an Stoffen, sondern auch verstärkt zu einer fabrikmäßigen Verarbeitung. Nach und nach wurden die Kleider nach Konfektion hergestellt. Auch die Erfindung der Nähmaschine erleichterte diesen Wandel und machte die Herstellung eines Kleidungsstücks schneller. Vermehrt maschinengenähte Stücke aus dieser Zeit lassen sich auch in der Sammlung des Museums finden.

Modisch erfährt die Kleidung einen schnellen und willkürlichen Wandel, der in erster Linie die Rockform betrifft. Der Krinolinenrock wird durch die Tournüre (auch Turnüre, franz. „Drehung“) abgelöst. Diese wurde über dem Gesäß mit einem Gestell (aus Fischbein, Rosshaar oder Stahl) aufgebaut. Vorne verlief der Rock gerade. Zwei Kleider aus der Sammlung demonstrieren diese modische Ausprägung auf wunderbare Weise.

Brautkleid. Auch Kostüm- und Turnürenkleid. Zweite Hälfte 19. Jh. Seidentaft, Seisenatlas, Seitenansicht.
Brautkleid. Auch Kostüm- und Turnürenkleid. Zweite Hälfte 19. Jh. Seidentaft, Seisenatlas, Seitenansicht.

Brautkleid. Auch Kostüm- und Turnürenkleid. Zweite Hälfte 19. Jh. Seidentaft, Seisenatlas, Vorderansicht.Bei dem ersten Stück handelt es sich um ein Brautkleid aus einem rotbraunen Seidentaft, das für die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts charakteristisch ist. Die Seitenansicht veranschaulicht die Silhouette der Tournüre, die eine weit abstehende Gesäßform ausformt. Der Rock besteht aus zwei Schichten. Die obere Schicht ist auf der Vorderseite als eine Art Schürze mit einer rotbraunen Chenillefransenborte und Schleifen gearbeitet. Die Rückseite verzieren zahlreiche geraffte Elemente. Die dadurch entstehenden Bauschungen konnten durch Verschnürungen mit angebrachten Bänder und Schlaufen „dosiert“ werden. Die zweite Schicht läuft in eine kleine Schleppe aus. Im Gegensatz zu der ausladenden und weiblichen Form des Rockes steht das enge Oberteil, das hochgeschlossen ist und prüde wirkt. Die lange Knopfreihe verstärkt diese Wirkung noch.

 
Turnürenkleid. Auch Nachmittagskleid. Zweite Hälfte 19. Jh. Baumwolle.
Turnürenkleid. Auch Nachmittagskleid. Zweite Hälfte 19. Jh. Baumwolle.

An dem zweiten Kleid kann man eine andere Gestaltung der Tournüre beobachten. Dieses senffarbene Kleid ist vermutlich ein Gesellschafts-, Reise- oder Nachmittagskleid gewesen. Ein etwa knielanges, einteiliges Oberteil, in dem auf eine elegante und raffinierte Weise die Falten, Raffungen und Bauschungen für die Tournüre eingearbeitet sind, liegt über dem Rock. Oberteil und Rock sind am Saum mit einem Band aus einseitig laufenden Liegefalten, die aus demselben Stoff sind, besetzt. Ähnlich wie am Ärmelsaum bewirken die Falten eine Manschettenoptik. Das Kleid ist überwiegend maschinengenäht und nur an einigen Stellen von Hand gesteppt.

Hochzeitskleid, zweiteiliges Kostüm. Ende 19. Jh. Seide, Tülspitze.
Hochzeitskleid, zweiteiliges Kostüm. Ende 19. Jh. Seide, Tülspitze.

Hochzeitskleid, zweiteiliges Kostüm. Ende 19. Jh. Seide, Tülspitze.Hochzeitskleid, zweiteiliges Kostüm (Rückenansicht). Ende 19. Jh.In der Gründerzeit gab es zwei Phasen der Tournüre, eine um 1870 und die andere um 1883, die einige Jahre andauerten. Die spätere Ausformung nannte man auch „Cul de Paris“. Ende des 19. Jahrhunderts verschwindet der Reifrock ganz und wird nur gelegentlich bei Hochzeiten getragen, wie etwa bei diesem Hochzeitskleid aus dem Wangerland, das aus dunkelblauer Seide in Atlasbindung am Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Der ungefähr bodenlange Rock liegt vorne und über den Hüften eng an, und fällt auf der Rückseite weit. Viele kleine Falten über dem Gesäß vermitteln den Eindruck einer Tournüre. Das Oberteil liegt eng an und läuft in der schlanken Taille in einem kleinen, vorne und hinten spitz zulaufenden Schößchen aus. Es wird mit einem kleinen Stehkragen hochgeschlossen getragen und hat Keulenärmel, die sich  – ganz im Sinne des Historismus – an der Biedermeier-Mode orientieren. Unter den beiden weit gebauschten Oberarmen ist auf der Ärmelrückseite je eine Schleife aus dem blauen Grundgewebe aufgesetzt. Eine weiße Tüllspitze ziert als eine Art Jabot das ansonsten hochgeschlossene Oberteil. Das Kostüm ist maschinen- und handgenäht.

Damenjacke. Um 1905. Wollstoff, Glasperlen.
Damenjacke. Um 1905. Wollstoff, Glasperlen.

Damenjacke. Um 1905. Wollstoff, Glasperlen.Die Mode der Keulenärmel kommt etwa um 1900 wieder auf. Diese Damenjacke aus dickem braunen Wollstoff entspricht der Modelinie zwischen 1900 und 1907. Typisch für diese Silhouette ist eine schlanke Taille, eine leichte Betonung des Gesäßes sowie stark aufgebauschte Ärmel, die an die Hammelkeulenärmel des Biedermeiers anknüpfen. Die Ärmel schließen mit umgeschlagenen Manschetten ab. Die Jacke ist auf der gesamten Vorderseite, am Schößchen, und am und unter dem Kragen sehr aufwendig mit Litzen und schwarzen Glasperlen bestickt. Ein Krimmerbesatz zieht sich vom Kragen bis zur Mittelnaht. Zur Jacke gehörte vermutlich ein passender Rock, der jedoch nicht überliefert ist. Diese Stück wurde mit der Maschine genäht, die Säume sind mit braunen Bändern eingefasst.

Kostümkleid mit Turnüre. Ende 19. Jh. Seide, Samt, Spitze.
Kostümkleid mit Turnüre. Ende 19. Jh. Seide, Samt, Spitze.

Kostümkleid mit Turnüre. Ende 19. Jh. Seide, Samt, Spitze.Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts wechselten die Moden schneller. Bei diesen zwei Kostümkleidern aus dem Ende des 19. Jahrhunderts ist die Tournüre leicht angedeutet, die Röcke jedoch glatt und einschichtig gestaltet. Bei dem braunen Kleid aus Seidentaft und Samt sind vorne in den Rock die Samtkeile eingearbeitet worden. Der Halsausschnitt ist v-förmig, in vier Falten gelegt und mit einem weißen Tüllspitzenbesatz und einem weißem Spitzenstehkragen versehen, hinter dem ein weißes Band hervor scheint. Zu den Schultern hin schließt an die Biesen ein brauner Samtkragen an, der vorne im Dreieck bis zum Saum verläuft. Der Samtkragenrand ist mit einer Perlenborte verziert. Die 4 Falten laufen auf der Brust zu einem Knoten aus braunem Samt zusammen.

 
Kostümkleid. Ende 19. Jh. Rot-schwarz melierte Wolle, Tüll, Seide.
Kostümkleid. Ende 19. Jh. Rot-schwarz melierte Wolle, Tüll, Seide.

Kostümkleid. Ende 19. Jh. Rot-schwarz melierte Wolle, Tüll, Seide.Das Oberteil des rot-schwarzmelierten wollenen Kostümkleides mit eingewebten schwarzen Punkten ist ebenfalls anliegend, hochgeschlossen und im vorderen Taillenbereich gekräuselt. Im Dekolletébereich ist ein schwarzer Tülleinsatz eingesetzt, der mit Blumen bestickt und mit schwarzem Stoff unterfüttert ist. Daran schließt sich ein Stehkragen aus gleicher Tüllspitze, jedoch ohne Futter, mit schwarzer Seidenrüsche am Besatz an. Rote Litzen trennen optisch den Tülleinsatz des Ausschnitts und zieren den Bauchbereich. Die Litzen finden sich auf dem Ärmelumschlag wieder. Die engen Puffärmel sind mit je fünf, nach außen gelegten Biesen verziert. Der Rock an den vorderen Seiten ist an zwei Bahnen mit je 6 Falten an einem dreieckigen Abnäher eingesetzt, darüber zwei Reihen mit je 3 mit Rockstoff bezogenen Knöpfen (insgesamt 12 Knöpfe). Im hinteren Bereich ist eine Kellerfalte eingefasst. Der Rock ist durch einen Bund eingefasst, geht von der Taille glatt aus und wirkt glockenförmig und deutet eine Entwicklung zur S-Kurve an.

Die Oberteile dieser zwei Kleider stehen dem Kürassmieder (Kürass= franz. Brustharnisch) nahe. Charakteristisch für beide sind der Stehkragen, in den die Plastronstreifen eingenäht sind, und die Blusenoptik des Dekolletébereichs. Beide Jacken werden sowohl mit Haken als auch mit Druckknöpfen geschlossen.

Brautkleid, zweiteiliges Kleid aus Jacke und Rock. Um 1898. Georgette, Samt, Baumwolle, Spitze.
Brautkleid, zweiteiliges Kleid aus Jacke und Rock. Um 1898. Georgette, Samt, Baumwolle, Spitze.

Ein gut dokumentiertes Sammlungsstück ist dieses zweiteilige rosa Brautkleid aus Georgette, das um 1898 in Münster von einer Braut aus dem Wangerland getragen worden ist und von einer jeverschen Schneiderin genäht worden sein soll. Der weite Rock, aus durchscheinendem rosa-weiß kariertem Stoff mit weißem Blumenmuster bedruckt, ist gefüttert, jedoch bereits völlig frei von Polsterungen. Er setzt sich aus sieben Stoffbahnen zusammen. Zwei breite Volants zieren den Rocksaum. Die Jacke ist, wie zu dieser Zeit üblich, hochgeschlossen, mit einem Stehkragen aus weißer Tüllspitze und weißem Seidenstoff unterfüttert und mit drei umlaufenden schwarzen Samtbändern verziert. Daran schließt sich ein Schulterkragen aus Spitze unterfüttert mit gelbem atlasbindigen Baumwohlstoff an, der zu den Seiten und nach vorne und nach hinten spitz zuläuft. In den Kragensaum ist ein ca. 10 cm breites Tüllspitzenband eingefasst. Der Oberstoff der Jacke ist gekräuselt, etwas freier und wird mit einem Gürtel betont. Die schwarzen Samtstreifen, die an den breiten Manschetten, am Stehkragen und am Rock appliziert sind, transportieren eine maritime Optik, die ab Ende des 19. Jahrhunderts beliebt wird. Auch dieses Exemplar ist maschinen- und handgenäht.

Jahrhundertwende - Belle Époque
Schwarzes Belle Époque-Kleid. Um 1900. Seidenatlas, Tüllspitze, Pailletten.
Schwarzes Belle Époque-Kleid. Um 1900. Seidenatlas, Tüllspitze, Pailletten.

Die sogenannte Belle Époque der Jahrhundertwende (1890-1910) zeichnet sich durch verführerischen Glanz und Schwarz als Modefarbe aus. Die Form gelangt ins Extreme und ist als Wespentaille oder Sanduhr bekannt geworden. Sie wird dadurch erreicht, dass der Bauch mit einem Korsett weggeschnürt und die Hüften nach hinten gepresst werden. Ebenso geht diese Form als S-Kurve (Sans-Ventre – „ohne Bauch“) in die Modegeschichte ein.

Die Umrisslinie der Silhouette war „schlank und gestreckt“. Die Drapierungen im hinteren Rockteil verschwanden. So wie beim schwarzen Seidenkleid (rechts) war nun der Rock an der Hüfte eng und erlangte durch die sich weitenden Stoffbahnen zum Saum hin an Umfang und war einfach gestaltet. Bei der Abendgarderobe wurde jedoch nichts unversucht gelassen, das Rascheln und das Schimmern durch unterschiedliche Stoffkombinationen und Lagen zu erreichen. Bevorzugt wurden Crêpe de Chine, Seidenchiffons und andere Kreppstoffe, Seidenatlas oder Taft.

Bluse. Anfang 20. Jh. Batist mit Lochstickerei.
Bluse. Anfang 20. Jh. Batist mit Lochstickerei.

Die Blusen und Jacken wurden opulent verziert und gerieten immer extravaganter. Der verschwenderische Aufwand äußerte sich in einer Fülle von Details und Materialien mit Perlenstickereien, Posamenten, Litzen, Spitzenreihen, Lochstickereien, Federn, Falten- und Biesenanordnungen. Einige Beispiele sind bereits im Kapitel „Gründerzeit“ zu sehen.

Diese weiße Bluse ist aus Batist gearbeitet und ist in charakteristischem Schnitt der S-Kurve geschnitten, so dass die Brust nach vorne geschoben wird. Der Stehkragen sowie Vorderpartie und Ärmel verfügen über in Kreisen angeordnetes Lochmuster. Die Vorderpartie ist mit einem Blattwerk bestickt. Zahlreiche Biesen zieren die Ärmel und Seiten der Bluse.

Die Sammlung verfügt über einige sehr gut erhaltene Übergewänder aus der Belle Époque, die den Luxus regelrecht anpreisen und die als Inbegriff dieser Epoche genannt werden können.

 
Seidenjacke (Oberteil eine Damenrobe). Ende 19. Jh. Seide, Spitze, Perlenstickerei.
Seidenjacke. Ende 19. Jh. Seide, Spitze, Perlenstickerei.

Die schwarze Seidenjacke, ein Oberteil der Damenrobe, ist hochgeschlossen und enganliegend. Von der Taille geht ein kleines Schößchen ab. Ein schwarzes maschinengewebtes Tüllspitzenband (12 cm breit), das in Zick-Zack-Form angenäht ist, verziert den Hals. Die Spitze ziert auch die kleinen Puffärmel. Im Schulterbereich ist je eine Applikation aus Tüll und Perlen mit floraler Musterung angesteppt. Verschlossen wird die Jacke mit 18 mit Samt und Seide bezogenen kleinen runden Knöpfen links und 18 von Hand versäuberten Knopflöchern rechts.

Schwarzes Seidencape mit florale Stickerei mit Durchbrüchen. Um 1900. Seide.
Schwarzes Seidencape mit florale Stickerei mit Durchbrüchen. Um 1900. Seide.

Das schwarze Seidencape aus Taft hat im geschlossenen Zustand eine rautenförmige Form. Das Cape weist zum Dekolleté hin einen V-förmigen Halsausschnitt auf, hinter dem eine schwarze Borte hervortritt. Auffällig ist die zweilagig konfektionierte, in der oberen Lage mit dünnem Filz unterlegte, maschinell gefertigte, reichhaltige florale Stickerei mit Durchbrüchen. Ein 16 cm breiter, eng gefältelter Volant umläuft den unteren Rand. Die untere Lage wurde aus Seide gefertigt.

Umhang/Cape mit Stehkragen. Ende 19. Jh. Seidenrips, Spitze.
Umhang/Cape mit Stehkragen. Ende 19. Jh. Seidenrips, Spitze.

Dieses Cape, mit Stehkragen und mit Spitze umrandet, bildet eine Mischform aus einem Umhang und einer Jacke. An den Schultern ist der Umhang gekräuselt, so dass der Eindruck von Ärmeln entsteht. Er läuft vorne in zwei schmale Schöße aus und ist vorne länger geschnitten. Die Säume und Kragen sind mit schwarzem Spitzenband besetzt, die als Dekorationselement an vielen Stellen verwendet wurden. Die Fülle an Verzierungen zeigt sich auch an den vielen Zierschleifen aus Seidenrips und an dem ornamentalem Litzenbesatz. Am Beispiel dieses Umhangs lässt sich nicht nur das Dekor, sondern auch die Kunstfertigkeit der Schnittform anschaulich zeigen.

Umhang/Cape mit Stehkragen. Um 1900. Samt, Seide, Glasperlen.
Umhang/Cape mit Stehkragen. Um 1900. Samt, Seide, Glasperlen.

Auch ein kurzes Cape aus schwarzem Samt mit enganliegendem Stehkragen aus Seidenrüschen kann der Mode der Jahrhundertwende zugeordnet werden. Eine Perlenstickerei verziert ringsum der Samtsaum. Darunter erscheint ein Volant aus schwarzer plissierter Seide, der an den Futterstoff gesteppt ist und der von einer schwarzen, durchsichtige Plissierrüsche abgeschlossen wird. Der Stehkragen hat hinten die Form eines Haifischkragens, dessen Enden mit Perlenstickerei umrandet sind. Das Cape wird zusätzlich mit Bändern und Schleife aus schwarzem Seidentaft verziert.

Schwarzer Seidenumhang (Cape). Ende 19. Jh. Seide, Samt, Spitze.
Schwarzer Seidenumhang (Cape). Ende 19. Jh. Seide, Samt, Spitze.

Der schwarze Umhang spielt mit zwei gegensätzlichen Stoffen, einem mit lichtreflektierendem Seidenatlas und einem lichtabsorbierendem Seidensamt. Kragen, Saum und die beiden Vorderteile wurden mit Samt abgesetzt. Den unteren Saum schließt eine Fransenborte ab. Eine Atlasbiese begrenzt den Übergang zwischen Atlas und Samt. Vorne sind zusätzlich in regelmäßigem Abstand Pompons angebracht (fünf Pompons fehlen), die eine dekorative Pointe bewirken.

Es lässt sich vielfach erkennen, dass sich die Stilrichtungen um die Jahrhundertwende gegenseitig beeinflusst haben. Die Modebewegungen kamen nebeneinander vor und wiesen in einer immer schneller werdender Welt nur noch eine kurze Dominanzzeit auf.

20. Jahrhundert

Der Aufbruch ins 20. Jahrhundert wird durch Emanzipation, Sport und Freizeit geprägt und hat Auswirkungen auf die folgenden Jahrzehnte. Alte und neue Moden und Bewegungen existieren nebeneinander, die sich auch im Bestand des Schlossmuseums finden lassen und für Jever und die Region belegt sind.

Jugendstil
Die Strömung des Jugendstils steht, durch die in ihr propagierte Stilwende, in Kontrast zu anderen Strömungen der Moderne. Zum Programm gehört die Abkehr vom Historismus, der die historischen Vorbilder nachahmt, wie etwa im späten 19. Jahrhundert. Zentral dabei ist das Anliegen, den Stil der eigenen Zeit zu kreieren und die Verknüpfung von Leben und Kunst herzustellen. Die dekorativen Künste erfahren eine Konjunktur. Die Kunst wird in dieser Epoche nicht nur in die Gestaltung der Häuser, Räume und Fenster einbezogen, sondern in die Dinge des alltäglichen Gebrauchs, wie beispielsweise Möbel, Türklinken, Porzellan, Besteck und auch Kleidung. Das Dekor und die gesamtkünstlerische Gestaltung mit floralen Ornamenten, geschwungenen Linien und Asymmetrien sind die Hauptmerkmale dieser Strömung.

Brautkleid im Jugendstil. Anfang 20. Jh. Seidenatlas, Spitze.
Brautkleid im Jugendstil. Anfang 20. Jh. Seidenatlas, Spitze.

Brautkleid im Jugendstil (Detail). Anfang 20. Jh. Seidenatlas, Spitze.Das einteilige Brautkleid aus hellbrauner Seide wurde in Oldenburg gekauft und im Wangerland als Hochzeitskleid getragen. Florale Motive der Verzierungen weisen auf den charakteristischen Einfluss der Jugendstilornamentik hin: das asymmetrisches Dekolleté, die Verzierung von Ärmeln und Rockseiten mit blumenanmutenden blauen Knöpfen und geschwungenen Linien und die Schärpe mit Quasten. Der Rock fällt von der leicht erhöhten Taille aus gerade herunter und läuft auf der Rückseite in einer leichten Schleppe aus.

Das seidene rosa Kleid aus schwarzem Seidenchiffon, Samt und Glasperlen auf Netz umspielt die Figur. Die Gesamtgestaltung und die Stoffe verleihen dem Kleid Leichtigkeit. Die rote Bluse mit aufwendig verarbeiteten schwarzen Perlenstickereien weist schnitttechnisch Elemente der Belle Époque auf, dekorativ jedoch ist sie mit einer fast flächendeckend floralen Ornamentik im Trend (in der Mode) des Jugendstils ausgestattet.

Jacke. Jugendstil. Um 1900. Baumwolle, Tüll, Metallperlen.
Jacke. Jugendstil. Um 1900. Baumwolle, Tüll, Metallperlen.
Festtagskleid. Anfang 20. Jh. Seide, Samt.
Festtagskleid. Anfang 20. Jh. Seide, Samt.

Festtagskleid (Detail). Anfang 20. Jh. Seide, Samt.

Reformmode
Reformkleid. Anfang 20. Jh. Leinen.
Reformkleid. Anfang 20. Jh. Leinen.

Die um 1890 in England einsetzende Reformbewegung findet 1900 in Deutschland großen Anklang. Sie richtet sich gegen die extreme Modellierung des weiblichen Körpers durch Polsterungen und Korsett. Die Wespentaille wurde aus medizinischen Überlegungen als Folterinstrument angeprangert und von der emanzipatorischen Bewegung stark kritisiert. Es hieß, die Frauenkleidung soll an die natürlichen Formen angepasst und praktisch sein. Die als künstlich geltende Mode der Reformbewegung ist eine Gegenreaktion auf die Wespentaille. Die Reformkleider wurden von Aktivistinnen und Frauenrechtlerinnen getragen und hatten eine kurze Präsenz in der Modewelt, weil sie überwiegend als „sackartig“ empfunden wurden. Denn nach wie vor wurde viel Stoff mit Luxus und eine schmale Taille mit Schönheit und Weiblichkeit verbunden.

Obwohl die Reformmode nicht lange anhält, findet sich im Bestand des Museums ein Exemplar dieser kurzweiliger Erscheinung. Das Reformkleid ist ein von den Schultern lose herabhängendes Kleid, das ohne Korsett getragen werden und die Last des Rockes von der Taille wegnehmen sollte. Das Kleid wurde vermutlich mit mehreren Unterkleidern getragen. Mit einer sehr weiten Taille von ca. 118 cm Umfang kommt das Kleid aus weißem Leinen, mit einer blumigen Spitze am V-förmigen Dekolleté, der Forderung nach Anpassung des Kleides an die natürlichen Körperform nach. Die Taille kann mit einem Band gerafft werden. An der Brust, Schulterblättern, Ärmeln und am Rock befinden sich Verzierungen aus Lochmusterstickerei, die mit Blumen aus Flachstichen umgeben sind.

Bademode
Badeanzug mit Matrosenkragen. Um 1907. Baumwolle.
Badeanzug mit Matrosenkragen. Um 1907. Baumwolle.

In der Öffentlichkeit wird das Baden seit der Aufklärung im frühen 19. Jahrhundert möglich. Das Baden erfolgte damals noch in den sogenannten Badekarren, die von Pferden ins Meer gezogen wurden, nicht nur nach Geschlechtern, sondern auch von den anderen Badenden getrennt. Das Badekostüm wird mit Elementen der damaligen Modevorstellung ausgestattet, und zwar aufwendig mit Stickereien und Besätzen verziert. Korsett, Schuhe, Hut und Beinkleider waren am Strand Pflicht, um möglichst wenig von der Haut zu zeigen. Zudem erschwerte nasse Kleidung die Bewegung.

Anfang des 20. Jahrhunderts ändert sich das Badeverhalten und auch die Bademode, sie wird praktischer. Neben kniefreien, ärmellosen, dekolletierten und enganliegenden Trikots, die ohne Korsett waren und zunächst von Sportschwimmerinnen angezogen wurden, kommen auch Badeanzüge mit zugebundenen Pumphosen in Mode. Der Badeanzug bestand häufig aus einem Hosenanzug und darüber getragenem Rock, der abgenommen werden konnte. Um 1900 wurde noch mit schwarzen Strümpfen gebadet. Mit Matrosenkragen oder gestreiften Verzierungen finden sich maritime Elemente in der Bademode wieder. Auch farblich erfuhr die Bademode eine Wende: Gestreifte und bunte Badeanzüge lösen allmählich die schwarzen Badekleider ab. Der rote Badeanzug mit Matrosenkragen wurde um 1907 in Wangerland getragen und gehörte einer 1888 geborenen Ostfriesin aus Haxtum.

Ein weiterer Badeanzug aus dieser Zeit befindet sich in der Sammlung des Schlossmuseums. Dieser entstammt der Sammlung „Mini-Museum„, das von Elisabeth Meyer gegründet wurde.

Die Mode zwischen den Weltkriegen

Mit dem Ersten Weltkrieg endet in ganz Europa das lange 19. Jahrhundert und die Zeit der Monarchien. Zurück aus den Fabriken erobern Frauen die Arbeitswelt – im Büro, Kaufhaus etc. Praktische Kleidung hält Einzug und mit ihr auch die Bewegungsfreiheit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verändern sich die Lebensverhältnisse. Die Frauenkleidung spiegelt in ihrer neumodischen Ausprägung politische und gesellschaftliche Entwicklungen wider.

1920er Jahre
Damenpumps. Um 1930. Leder, Seide(?)
Damenpumps. Um 1930. Leder, Seide(?)

Die 1920er Jahre werden auch als Goldene Zwanziger (bis zur Weltwirtschaftskrise 1929) bezeichnet. Diese Bezeichnung hängt unmittelbar mit dem wirtschaftlichen Aufschwung zusammen und steht für eine Blüte der deutschen Kunst und Kultur.

Dieses Jahrzehnt ist von der kurzen und leicht bedeckenden Kleidermode geprägt, die es zuvor so in der Modewelt nicht gab. Während des 1. Weltkrieges (und der Weimarer Republik) entsteht ein neues Frauenbild: berufstätig, schlank, sportlich, selbstbewusst und selbstständig. Die Frauen arbeiteten hinter der Front, bekamen Wahlrecht und erlangten neues Selbstbewusstsein. Viele Ideen der Reformbewegung werden in dieser Zeit weiter entwickelt und realisiert.

Brautkleid. Um 1925. Seide, Tüllspitze.
Brautkleid. Um 1925. Seide, Tüllspitze.

Die neue Zeit hatte nicht nur Einfluss auf die Lebensverhältnisse, sondern auch auf das Erscheinungsbild einer Frau. Kurze Frisuren, wie etwa Bubikopf und Garçonne, flache, hängende Kleidung ließ die weiblichen Reize wie Brust, Taille und Hüfte unbetont. Jedoch wurde vom Körper mehr gezeigt als je zuvor: die Kleider waren häufig knielang, ärmellos, tief dekolletiert. Die Beine wurden zum Reizobjekt erhoben und zum Inbegriff von Freiheit, die Bewegung und Sport ermöglichte. Leichte, schillernde, durchsichtige und fließende Stoffe erleichterten die Bewegung und das Tanzen. Sie umspielten den Körper, an dem die Frau nun selbst „arbeiten“ sollte und der nicht durch das Korsett in eine Form gepresst wurde. Die sogenannten Hängekleider wurden für die Abendgarderobe mit Pailletten, Fransen, Federboas verziert und mit Kopfband mit Feder ergänzt. Das Gesamtbild wurde mit Accessoires wie einer Zigarettenspitze vervollständigt.

In der Sammlung befinden sich drei Kleider aus der Zeit. Zwei Sommerkleider aus Baumwolle und ein Brautkleid aus Seide haben Knielänge und unbetonte Taille gemeinsam. Das cremefarbene Brautkleid wurde 1925 in Wiesmoor getragen. Der Rock des Kleides weitet sich nach unten aus, verändert jedoch die gerade Linie des Kleides nicht und ist bestens zum Tanzen geeignet. Die Tüllspitze im Brustbereich lockert das ansonsten einfarbige Seidenkleid auf. Alle diese Kleider zeichnen sich durch schlichte Eleganz aus und verzichten auf üppige Garnierungen.

Sommerkleid. Nach 1925. Baumwolle.
Sommerkleid. Nach 1925. Baumwolle.
Sommerkleid. Nach 1925. Baumwolle.
Sommerkleid. Nach 1925. Baumwolle.

Das ärmellose Kleid mit einem asymmetrischen, runden, weißen Kragen um den V-Ausschnitt kommt aus dem Wangerland. Der Einstieg ist schräg, von vorne rechts oben nach links unten (von der Trägerin aus) und vervollständigt die Asymmetrie. Der untere Teil des Kleides ist vorne und hinten mit mehreren Kellerfalten und je zwei pfeilförmigen Stoffbesätzen verziert. Die schräge Linienführung zieht sich durch die ganze Gestaltung des Kleides.

Das rosa Kleid mit rundem Dekolleté ist aus leichtem, durchsichtigem Baumwollstoff gearbeitet. Der Ärmelausschnitt und der untere Saum sind mit Rüschen ringsum verziert. Die niedrige Taillenlinie, die sich im Hüftbereich befindet, der fast gerade Schnitt und die Knielänge des Kleides sind charakteristisch für ein Charleston-Kleid. Die Kleider wurden nach dem Charleston, einem sehr schnellen und rhythmischen Tanz, benannt, der ab 1925 durch die US-amerikanische Tänzerin Josephine Baker in Europa bekannt und populär wird.

1930er Jahre

Diese Zeit wurde stark von dem neuen Medium Kino geprägt. Die Eleganz der Leinwandschönheiten und Hollywood-Diven beeinflusste plötzlich die Modewelt, besonders die der Frauen.

Erste Anzeichen für die Rückkehr des längeren Rocksaums sind bereits Ende der 1920er Jahre sichtbar. Aber neu und modern ist der Schrägschnitt der Rockbahnen. Das ist das Stilmittel der 1930er Jahre schlechthin, das die französische Modedesignerin Madeleine Vionnet entwickelt hat. Ebenso fordert die französische Modeschöpferin Elsa Schiaparelli 1930 die Betonung der Schultern, Brüste und Taille. Die feminine Linie wird Anfang der 1930er Jahre wieder entdeckt und eine leichte Betonung von Busen, Taille und Hüften entwickelt sich Mitte der 1930er Jahre zu den auffallenden Keulenärmeln mit Polsterung und Taillen- und Hüftenbetonung, wie schon zum Ende des 19. Jahrhunderts zuvor.

Abendkleid. Um 1930. Seide.
Abendkleid. Um 1930. Seide.

Während die Alltagskleider eher an die Uniform erinnerten und die Wadenlänge bevorzugt wurde, verfügte die Abendgarderobe über einen bodenlangen Saum. Der weichfließende Bahnenrock war bist zur Hüfte körperanliegend gearbeitet und fiel ab der Hüfte weich und glockenförmig aus. Bis in die 1940er Jahren waren tiefe Dekolletees und breite Schultern modisch.

Abendkleid (Rückendetail). Um 1930. Seide.Ein rosa-dunkelblau gestreiftes Abendkleid aus der Zeit ist aus einem fließenden und schimmernden Seidenstoff gearbeitet. Es ist sehr schlank, feminin und mit einem tiefen Dekolleté ausgestattet. Durch den schrägen Schnitt schmiegt sich der Stoff an den Körper und formt ihn nach. Eine feminine Silhouette steht als Gegensatz zu den androgynen Formen der Kleider aus den 1920er Jahren. Die Stoffgestaltung, die durch den Schrägschnitt erzeugten diagonalen Streifen (sehr gewagt und gekonnt umgesetzt), gepolsterte Schultern, kleine Details wie das plissiertes Schärpenband und eine Schleife im Nackenbereich veranschaulichen die Raffinesse des Kleides.

Brautkleid. Nach 1930. Seide.
Brautkleid. Nach 1930. Seide.

Brautkleid . Nach 1930. Seide.Das cremefarbene Hochzeitskleid ist dagegen nicht im Schrägschnitt verarbeitet, spiegelt aber die Eleganz einer Hollywood-Diva wider. Das Kleid ist ungewöhnlich hoch geschlossen, am Oberteil mit einer stoffbezogenen Knopfreihe und einem gewellten Kragen verziert. Das Blumenmuster wird auf den mit Blumen reich bestickten Rockbahnen wiederholt, die sich aneinander wie Blumenblätter reihen. Die Komposition und die Verarbeitung des Kleides sind einfach (und) raffiniert. Das Kleid erhält aufgrund des dünnen und durchsichtigen Stoffes sowie gewellten Lochmustern an den Schultern bis zu den Ellenbogen eine erotische Note.

Die modernen deutschen Frauen, zu denen auch Jeverländerinnen gehörten, orientieren sich in dieser schwierigen und ideologisch verhafteten Zeit abermals an den großen Modezentren. Die Rolle und das Bild der Frau wurde während der NS-Zeit modelliert und auf die traditionelle Rolle – Ehefrau und Mutter – zurück geführt, aber nicht überall und immer durchgesetzt. Die Romantisierung der deutschen Trachten bleibt jedenfalls im Jeverland außen vor. Eine Überprüfung des Textilbestandes des Museums in den 1930er Jahren auf das Vorkommen einer landestypischen Tracht ergab keinen Treffer. Dieser Befund verdeutlicht bezüglich der kleidungsgeschichtlichen Entwicklung umso stärker die Sonderentwicklung der Region.

Mode der Nachkriegszeit

Die Nachkriegszeit in Deutschland ist vom politischen und wirtschaftlichen Ruin gekennzeichnet. Gefolgt von Wohn- und Hungersnot, Materialknappheit und Rationierung in allen Bereichen schafft das Land nach einer Aufbauphase den Sprung zum Wirtschaftsaufschwung und Wirtschaftswunder.

1950er Jahre
Damenkappe. 1950er Jahre. Wollfilz.
Damenkappe. 1950er Jahre. Wollfilz.

Das Motto der unmittelbaren Jahre nach dem Krieg war „aus alt mach neu“. Abgetragene Kleider wurden unterschiedlich aufbereitet und mit Kragen, Stickereien oder Steppereien aufgepeppt. Zuweilen wurden Militäruniformen, Decken, Bettwäsche, Leinensäcke und Fallschirmstoffe umfunktioniert oder verarbeitet.

In dieser Zeit der Knappheit präsentiert Christian Diors 1947 in Paris seine Kollektion mit Kleidern mit abfallenden Schultern und weiten, schwingenden Röcken, die als „New Look“ bekannt und bis Ende 1950er Jahre präsent ist. Zunächst auf Ablehnung und Unverständnis gestoßen, findet der „New Look“ alsbald großen Anklang. Die Jahre der Entbehrungen haben die Sehnsucht nach Mode und Schönheit geweckt.

Damentasche. 1950er Jahre. Leder, Metall.
Damentasche. 1950er Jahre. Leder, Metall.

Die 1950er Jahre sind von einem eleganten „Lady-Look“ geprägt. Eine elegante Dame war entsprechend der jeweiligen Gelegenheit passend gekleidet: Büro, Nachmittag, Theater, Dinner, Cocktailabend etc. Und nicht selten mit Hut, Handschuhen, hochhackigen Schuhen bzw. Pumps und kleiner Handtasche ausgestattet. Bis 1958 waren Wespentaille und zwei Grundschnitte des Rockes vorherrschend: der weite, schwingende Rock („New Look“), und der enge Rock mit Hüftknick, Bundfalte und Gehschlitz (der „Dior-Schlitz“). Der Rocksaum ging bis kurz unter die Knie. Unter den weiten Kleidern wurden die Petticoats getragen, die den Kleidern die abstehende Form gaben und Volumen und Schwung verliehen. Diese Röcke erinnern unweigerlich an die Reifröcke und die Krinoline der Mode des 18. und 19. Jahrhunderts.

Abendkleid. 1950er Jahre.
Abendkleid. 1950er Jahre.

Das fliederfarbene Abendkleid ist eng anliegend und verfügt über den für die 1950er Jahre charakteristischen Glockenrock. Die an den Seiten im Taillenbereich stark gekräuselte Partien des Rockes gehen in Falten über. Diese Falten und die aufwendig gearbeiteten Brustabnäher modellieren das Kleid. Ein enger und dezenter V-Ausschnitt ziert den Brustbereich.

Abendkleid mit Bolerojacke. 1950er Jahre. Ripsstoff.
Abendkleid mit Bolerojacke. 1950er Jahre. Ripsstoff.

Das schwarze Abendkleid und die dazugehörende Bolerojacke sind aus einem Ripsstoff gearbeitet. Das ärmellose Kleid hat einen runden Ausschnitt. Der Rock setzt unterhalb der Brust an und ist mit einer Schleife aus demselben Stoff verblendet. Oberhalb und unterhalb der Brustnaht sorgen Kellerfalten für das Volumen. Die kurze Bolerojacke mit einem breiten, umgeschlagenen, vorne spitz endenden Kragen, der über den ganzen Halsumfang angenäht ist, muss über den Kopf angezogen werden und wird hinten mit vier stoffüberzogenen Knöpfen geschlossen.

Brautkleid. Um 1957. Seide, Taft, Tüll.
Brautkleid. Um 1957. Seide, Taft, Tüll.

Das weiße Brautkleid wurde 1957 in Leer angefertigt und anlässlich einer Hochzeit in Wiesmoor getragen. Das Kleid ist tailliert, verfügt über ¾ lange, glatte Ärmel und hat einen Stehkragen, der vorne kleine spitze Enden aufweist. Das Oberteil ist aus weißer Seide mit Blumenmuster und läuft nach unten in 6 spitzen Enden aus, bevor er an den Rock anschließt. Der wadenlange Rock ist in der Taille stark und gleichmäßig gefaltet und besteht aus zwei Lagen weißem Tüll und champagnerfarbenem Taft.

Cocktailkleid. 1950er Jahre. Baumwolldamast.
Cocktailkleid. 1950er Jahre. Baumwolldamast.

Dieses ärmellose Cocktailkleid mit angesetztem Glockenrock besteht aus einem glänzend braunen Grundstoff, auf dem eine schwarze Blumen- und Pferdemusterung eingewebt ist. Das anliegende Oberteil hat einen Ausschnitt, der vorne tiefer und runder und hinten v-förmig zuläuft. Ein angenähter Gürtel aus dem gleichen Stoff schmückt das Kleid, indem dessen Enden in Falten des vorderen Rockteils übergehen. Der Rock ist sowohl vorne als auch hinten gefaltet und steht weit ab.

Alle diese Kleider sind zu besonderen Anlässen wie einem Cocktail- oder Tanzabend oder bei einer Hochzeit getragen worden. Ein Petticoat (Unterrock), der die Form und das Volumen erzeugte, gehörte zum Kleid dazu. Auffallend ist, dass die Kleider mit einem Reißverschluss schließen.

Kittelschürze. 1950er Jahre. Baumwolle, bedruckt.
Kittelschürze. 1950er Jahre.

Dieses Exemplar eines Kittelkleides ist ungetragen dem Schlossmuseums gestiftet worden. Es bildet eine Ausnahme, da die Arbeits- und Alltagskleidung fast immer aufgetragen und weggeworfen wird und letztlich den Weg in ein Museum nicht schafft. Schürzenkleider oder -kittel waren in den 1950er Jahre für jede Hausfrau im Alltag wichtig. Die Frau wechselte die Schürze oder den Kittel je nach Art der Arbeit: Hausarbeit, Arbeit im Garten oder in der Landwirtschaft. Das bunt bedruckte Kittelkleid aus Baumwolle wird am Nacken mit einem Knopf und hinten an der Taille mit zwei Bändern geschlossen.

1960er Jahre

Gegen Ende der 1950er Jahre erlebt das Land den Wirtschaftsaufschwung und Anfang der 1969er Jahre das so genannte Wirtschaftswunder. Die Industrie läuft auf Hochtouren. Die Bekleidungsindustrie steigt indessen auf synthetische Faser um. Kleider, Röcke, Kostüme werden auch aus Nylon angefertigt.

Neben den Kleidern wurden weite und enge Bleistiftröcke mit Blusen, aber auch mit Twinsets und Strickjacken getragen. Zudem wird die Rocklänge wieder kürzer, und zwar knielang, bevor sie ein Jahrzehnt später mit dem Mini-Rock und dem Maxi-Rock ins Extreme geht. Abwechselnd und nebeneinander existierten H- und A-Linie Modellierungen.

Kleid mit Jacke, "Couplet". Um 1960. Leinen.
Kleid mit Jacke, „Couplet“. Um 1960. Leinen.
Leinenkleid. Um 1960. Leinen, Plastik.
Leinenkleid. Um 1960. Leinen, Plastik.

Das grüne und das weiße Kleider sind in der H-Linie, die auch als Sacklinie genannt wird, modelliert. Das weiße Futteralkleid ist leicht tailliert und besitzt kurze Ärmel und einen runden Ausschnitt. Das im einfachen Schnitt gehaltene Kleid wird mit einer großen Hohlsaumstickerei am Rock verziert, die durch einen roten Taftunterrock zur Geltung gebracht wird. Ein roter Gürtel aus Plastik mit Wildlederoptik vervollständigt die Gestaltung. Das Kleid verfügt über zwei Reißverschlüsse: im Rücken und an der Seite.

Das grüne Leinenkleid mit Jacke bildet ein „Couplet“. Das knielange Kleid mit rundem Ausschnitt ist ebenfalls gerade geschnitten, leicht tailliert und ärmellos. In der vorderen Mitte verziert es eine Hohlsaumstickerei. Die kurzärmelige Jacke hat einen eckigen Kragen. Die Hohlsaumstickerei ziert hier sowohl den Kragen als auch den Saum.

Gesellschaftskleid mit Jacke. Um 1960. Jacqardstoff, Perlen.
Gesellschaftskleid mit Jacke. Um 1960. Jacqardstoff, Perlen.

Gesellschaftskleid. Um 1960. Jacqardstoff, Perlen.Dieses goldgelbe Gesellschaftskleid (oder auch Abendkleid) mit Jacke war in den 1960er Jahren populär. Zeitcharakteristische Merkmale sind die Trapez-Linie (A-Linie) des Kleides, die kragenlose Jacke und besonders der Jacquardstoff: ein mit einem floralen Webmuster und mit goldfarbenen Fäden (Lurex-Garn?) durchzogener Stoff. Das knielange Kleid ist ärmellos und leicht tailliert. Die Vorderpartie schmückt ein an den Seiten angesetzter Gürtel mit zwei Knöpfen aus weißen und goldfarbenen Perlen in der Mitte. Beide, die Jacke und das Kleid, haben einen runden Ausschnitt ohne Kragen und sind nur teilweise gefüttert (cremefarbener Polyesterstoff).

 
Damenschuhe/„Stilettos“. 1950er Jahre. Leder.
Damenschuhe„Stilettos“. 1950er Jahre. Leder.

Auch im Bereich der Schuhbekleidung ist eine Veränderung zu verzeichnen. Die Pumps mit hohen und mäßig dicken Absätzen bekommen Konkurrenz aus Italien. Die Stilettos (stiletto = kleiner Dolch), auch als Bleistift- oder Pfennigabsatz bekannt, kommen 1955 auf und erfreuen sich bis weit in die 1960er Jahre hinein großer Beliebtheit. Dazu wird der Schuh extrem spitz. Dieses Exemplar roter Stilettos aus Leder zieren zwei Schleifen. Perforierte Linien wiederholen das Spitze der Schuhform.

Das Museum verfügt darüber hinaus über einige Exemplare der so genannten „Hippiemode“ aus den 1970er Jahren, die in die Dauerausstellung integriert sind und bei einem Museumsbesuch betrachtet werden können, sowie vereinzelte Stücke aus den 1980er Jahren.

Impressum

Recherche, Konzept, Text, Fotografie, Bildbearbeitung und Gestaltung: Nadine Kriwoplas M.A.
n.kriwoplas@gmail.com

Literatur:

  • Becker, Dörte: Mode der 50er Jahre für Jedefrau und Jedermann. Hg. v. Landkreis Peine, Kreismuseum Peine, Dr. Ulrika Evers. Peine 2003. [Katalog zur Ausstellung „Mode für Jedefrau und Jedermann … „Sich-Kleiden“ in der Zeit des Aufbaus und des Wirtschaftswunders“, Kreismuseum Peine vom 29.6. bis 19.10.2003] (=Schriftenreihe des Kreismuseums Peine, Nr. 28)
  • Boehn, Max von: Die Mode: Eine Kulturgeschichte vom Barock bis zum Jugendstil. Bd. 2. 2., durchges. Aufl. München 1982.
  • Landschaftsverband Rheinland, Rheinisches Industriemuseum (Hg.): Reiz & Scham. Eine Ausstellung an zwei Schauplätzen im Rheinischen Industriemuseum. Dessous. 150 Jahre Kulturgeschichte der Unterwäsche, Schauplatz Ratingen. Kleider und Körper seit 1850, Schauplatz Euskirchen. Ratingen 2006.
  • Lexikon der Kunst, Bd. 1 (A-Cim). Leipzig 1987.
  • Lexikon der Kunst, Bd. 2 (Cin-Gree). Leipzig 1989.
  • Lexikon der Kunst, Bd. 3 (Greg-Konv). Leipzig 1991.
  • Loschek, Ingrid: Reclams Mode- und Kostümlexikon. 3., rev. und erw. Aul. Stuttgart 1994.
  • Ein Hauch von Eleganz. 200 Jahre Mode in Bremen. Handbuch zur Sonderausstellung vom 7. Oktober 1984 bis 3. Februar 1985 im Bremer Landesmuseum für Kunst- und Kulturgeschichte (Focke-Museum). Bremen 1985. (=Hefte des Focke-Museums, Nr. 65)
  • Hornbostel, Wilhelm (Hg.): Voilà. Glanzstücke historischer Moden 1750- 1960. München 1991.
  • Nienholdt, Eva: Kostümkunde. Ein Handbuch für Sammler und Liebhaber. Braunschweig 1961. (=Bibliothek für Kunst- und Antiquitätenfreunde, Bd. 15)
  • Zander-Seidel, Jutta: Kleiderwechsel. Frauen-, Männer- und Kinderkleidung des 18. bis 20. Jahrhunderts. Nürnberg 2002.