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Ein Überblick über die Sonderausstellungen der vergangenen Jahre

Die Sonderausstellungen des Schlossmuseums Jever widmen sich spezifischen regionalen kultur- und kunstgeschichtlichen Fragen, die die Themen der Dauerausstellung des Hauses ergänzen und erweitern. Zu den großen Ausstellungen erscheinen in der Regel Ausstellungskataloge, die bei Lieferbarkeit jeweils im Museumsshop erhältlich sind.

28. Mai bis 31. Oktober 2010 (verlängert bis 31. Dezember 2010!)
Jämmerliche Wasserflut – Herrliches Meer. Alles fließt. Kulturgeschichte des Wassers
Wohl kaum eine Landschaft in Weser-Ems ist der Gewalt des Wassers so unmittelbar ausgesetzt wie die ostfriesische Küstenregion. Landgewinnung, Schifffahrt, Handel, Naturerlebnis, Tourismus sind die positiven Seiten; Sturmfluten, Überschwemmungen, unfruchtbares Land die Schrecknisse. Das Wasser – eines der sprichwörtlichen vier Elemente – ruft gerade in Gestalt des Meeres ein Bild seiner Macht und Unabhängigkeit hervor, das sich tief in das kollektive Gedächtnis vor allem auch der “betroffenen” Menschen an der Küste eingeschrieben hat. In mündlichen Überlieferungen, in schriftlichen (Sach- und literearische Texte), in bildlichen oder musikalischen Asusdruckformen haben die “Begegnungen” der Menschen mit diesem Element ihren Niederschlag gefunden. In der Ausstellung im Schlossmuseum Jever werden diese Begegnungen unter den Aspekten “Jämmerliche Fluten”, “Übers Meer” und “Herrliches Meer” vorgestellt. Hierbei steht die “Wahrnehmung” des Meeres in seiner Vielschichtigkeit als mentalitätsgeschichtliches Phänomen im Vordergrund.

13. November bis 5. Dezember 2010
Die Welt hinter Glas – Briefbeschwerer als Sammlungsstücke zur Kulturgeschichte
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Briefbeschwerer aus der Sammlung von Prof. Dr. Rudolf Hollbach (Carl von Ossietzky Universität Oldenburg) als historische Quelle. Durch Bild und Schrift sind sie Zeichenträger persönlicher und kollektiver Erinnerung und Wahrnehmung. In der Ausstellung wird die Qualität des Briefbeschwerers als visuelle und haptisch erfahrbare authentische Sachquelle herausgestellt. Im Vordergrund stehen die unterschiedlichen Aussagen, vom Ausdruck der Frömmigkeit, Naturverbundenheit oder die Hinwendung zur Vergangenheit, die ein Briefbeschwerer transportieren kann.

30. November 2008 – 31. März 2009 (verlängert bis 03. Mai 2009!)
Notbergungen. Archäologische Schätze aus Jever
Die Notbergungen archäologischen Fundgutes auf dem Kirchplatz zu Jever 2006 und 2007 unterstreichen ein weiteres Mal, dass Jever seit dem Frühmittelalter zu den zentralen Orten auf der Ostfriesischen Halbinsel gehörte. Die Funde geben nicht nur einen interessanten Einblick in die einstige Alltagswelt, sondern sie dokumentieren eindrucksvoll auch den Wandel der Bestattungssitten seit dem Mittelalter. Ergänzt werden diese neuesten Funde durch faszinierende Objekte aus den Nachkriegsgrabungen auf dem Kirchplatz.

27. Januar – 29. März 2009
“Nirgendwo und überall zu Haus”. Gespräche mit Überlebenden des Holocaust. Fotografien von Monika Zucht
In den vergangenen Jahren reiste Martin Doerry kreuz und quer durch Europa und Amerika, um mit Menschen zu sprechen, die der Vernichtung durch die Nationalsozialisten knapp entkommen sind. Sie gehören zu den letzten Repräsentanten einer untergegangenen Welt des europäischen Judentums, und sie legen hier eindrucksvoll Zeugnis ab über ihre Geschichte, ihren Kampf ums Überleben und darüber, was es für sie bedeutet, Juden zu sein. Die Fotografin Monika Zucht begleitet die Texte mit ausdrucksstarken Schwarzweißporträts.

20. Juli 2008 – 11. Januar 2009
Franz Radziwill und die Moderne. Retrospektive zum 25. Todestag des Künstlers
Franz Radziwill, 1895 bei Rodenkirchen geboren und 1983 in Dangast gestorben, lebte in der Abgeschiedenheit seines neu gewählten Heimatortes 60 Jahre und wurde zum bedeutendsten Maler der Region im 20. Jahrhundert. Das Gemeinschaftsprojekt der Franz Radziwill Gesellschaft e.V. und des Schlossmuseums gibt mit ca. 80 Werken des Künstlers einen umfassenden Überblick über die Entwicklung Radziwills.

09. Dezember 2007 – 30. März 2008
Bürgerliche Paradiese. Parks und Gärten der Aufklärung und des Biedermeier in Friesland
Ende des 18. Jahrhunderts inspirierte die aufgeklärte Vision eines bewusst konzipierten Gartenparadieses, in dem sich das “Nützliche mit dem Schönen” verband, die Gestaltung von Parks und Gärten in ganz Europa. Auch auf der ostfriesischen Halbinsel entstanden Parks nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten, deren oft adelige Besitzer sie aber ganz im aufgeklärten Sinne für alle Spaziergänger öffneten. Die Anlagen von Jever, Gödens, Neuenburg und Lütetsburg zeugen noch heute von diesem Anspruch. Auch für das Bürgertum wurden Gärten zu irdischen Paradiesen, denen man sich aus Pläsier und Lebensfreude widmete. Eine Fülle von Zeichnungen, Plänen, Aquarellen und Gemälden erzählen von deren durchdachter Gestaltung.

01. September 2007 bis 01. Juli 2012 (heute Teil der Dauerausstellung!)
“Break on through to the other side”. Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken im Weser-Ems-Gebiet in den 1960er, 70er und 80er Jahren
Auf Grund des anhaltenden Interesses und des enormen Zuspruches zeigte das Schlossmusem Jever die Ausstellung “Break on through to the other side – Tanzschuppen, Musikclubs und Diskotheken in Weser-Ems” mit Unterstützung durch die Oldenburgische Landschaft in modifizierter Form noch bis zum 1. Juli 2012. Mit über 300.000 Besuchern seit September 2007, zahllosen Rückmeldungen und dem Verkauf der ersten Auflage des Katalogs war und ist das Projekt zur Geschichte der regionalen Jugend-, Musik- und Freizeitkultur ein großer und nachhaltiger Erfolg für alle Beteiligten.

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03. Dezember 2006 – 31. Januar 2007
Der Schatz unterm Dach. Raritäten aus Archiv und Bibliothek des Schlossmuseums
Zu den großen Schätzen der Region gehören nicht nur die bedeutenden Baudenkmäler und wertvollen kunsthistorischen Objekte, sondern auch die oft im Verborgenen liegenden Archive und Buchbestände.
Auch das Schlossmuseum besitzt einen solchen umfangreichen Archiv- und Bibliotheksbestand. In über einhundert Jahren ist die Sammlung der Museumsbibliothek entstanden und birgt heute Kostbarkeiten wie spätmittelalterliche Urkunden, Karten des 16. Jahrhunderts, Erstdrucke oder auch einen vielfältigen Postkartenbestand.
Nach der Sanierung des Magazinbereichs und der Neugestaltung des Leseraums im Dachgeschoss des Schlosses werden die Schätze z.T. erstmals in einem größeren Rahmen präsentiert.

09. Juli – 31. Oktober 2006
Sturmfluten, Milchkarren, Jubiläen. Fotojournalismus im ländlichen Raum

18. September – 29. Oktober 2006
Hein Bredendiek zum 100. Geburtstag. Kleine Werkschau zu Ehren des Malers und Poeten und Jeverschen Ehrenbürgers

28. April – 04. Juni 2006
Pütten und Achten. Historische Wasserversorgung und traditionelles Püttbier
Vor 250 Jahren erhielt Jever seine erste “Püttordnung”, in der die Wasserversorgung und die Unterhaltung der öffentlichen Brunnen geregelt wurde. Die Hausbesitzer eines Straßenzuges in der Innenstadt regelten dies gemeinschaftlich in den “Püttachten”. Traditionell traf man sich einmal im Jahr zum so genannten Püttbier.
Dieses Fest wird noch heute, auch nach der Errichtung von Wasserleitungen, in Jever gefeiert. In den z.T. über zweihundert Jahre alten Püttbüchern wurden nicht nur die nachbarschaftlichen Verpflichtungen festgehalten, sondern oft auch vergnügliche oder kuriose Ereignisse geschildert.

26. November 2005 – 31. März 2006
Schöner Vorsatz. Vorsatzblätter und Einbände des 17. bis 19. Jahrhunderts aus Varel und Jever
Vom 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts stand die Kunst der Gestaltung von Einband- und Vorsatzpapieren in hoher Blüte. Immer wieder wurde mit neuen Techniken und Farben experimentiert. Von einfachen Farbverläufen bis hin zu komplizierten Marmorierungen reicht die Palette.
Besonders schöne Vorsatzpapiere haben sich in Varel (Waisenstift) und in Jever (u.a. Schüler- und Lehrerschriften des Mariengymnasiums) erhalten.

15. Juli – 31. Oktober 2005
Mit Hermelin und Krone. Die Herrscherporträts Katharinas II. und der jeverschen Regenten

26. Oktober 2003 – 28. März 2004
FERNE FÜRSTEN (2). Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit. Bildung und Repräsentation. Bibliophile Schätze des 17. und 18. Jahrhunderts – die fürstliche Bibliothek im Schloss

25. Juli 2003 – 28. März 2004
FERNE FÜRSTEN (1). Das Jeverland in Anhalt-Zerbster Zeit. Burg und Land am Meer
Great BritainFaraway Princes

Mit Audio-Führung zur Entwicklung unserer Landschaft am Meer im 17. und 18. Jahrhundert.

18. Juli – 12. September 2004
Glaskultur in Niedersachsen. Tafelgeschirr und Haushaltsglas vom Mittelalter bis zur frühen Neuzeit
Mehr als 100 faszinierende Objekte ermöglichen in der Wanderausstellung “Glaskultur in Niedersachsen” einen wohl einmaligen Überblick über die Geschichte der Glasherstellung und -verwendung in Norddeutschland im Verlauf von vierzehn Jahrhunderten.

07. Dezember 2003 – 29. Februar 2004
Nicht von Pappe. Papiertheater im Kinderzimmer. Studioausstellung

29. November 2002 – 31. Januar 2003
Kindheitsträume – Sammlerglück · Modelleisenbahnen 1900 – 1960
Im Blickpunkt der Ausstellung standen Modelleisenbahnen aus der Zeit von 1900 bis 1960. Schwerpunktmäßig gezeigt wurden dabei die sogenannten großen Bahnen (Spur 0 + 1) sowie eine fahrbereite elektrische Eisenbahnanlage aus den 1930er Jahren.

28. April bis 01. September 2002
Hein Bredendiek – “Unterwegssein”. Kunst und Poesie
Der 2002 verstorbene Ehrenbürger Jevers zeichnete sich durch seine Doppelbegabung aus, die sich in Bildern und Dichtung ausdrückte. Die Ausstellung möchte sein acht Jahrzehnte umfassendes künstlerisches Schaffen in den Blick nehmen. Das Werk Bredendieks spiegelt viele Phasen der Kunstentwicklung des 20. Jahrhunderts wider, ist aber immer eigenständig, kraftvoll und oft überraschend.

10. Februar bis 31. Mai 2002
Friesenstolz und Heimatsinn
Die Ausstellung im Schlossmuseum Jever war Teil des gemeinschaftlichen Ausstellungsprojektes “Suche nach Geborgenheit. Heimatbewegung in Oldenburg”.

24. Juni – 14. Oktober 2001
Historismus in Nordwestdeutschland. Gegenstandswelten des Historismus im kleinstädtisch-ländlichen Milieu. Historismus im historischen Raum – Das Original und historisierendes Interieur im Schloss zu Jever

In seinem Beitrag zum Gemeinschaftsprojekt Historismus in Nordwestdeutschland mit dem Landesmuseum Oldenburg, dem Ostfriesischen Landesmuseum Emden, dem Museumsdorf Cloppenburg und dem Palais Rastede fragte das Schlossmuseum Jever nach den Einflüssen historischer Ästhetik im kleinstädtisch-ländlichen Milieu des ausgehenden 19. Jhs. Im Mittelpunkt standen das bürgerliche Interieur und die höfische Innenarchitektur.

3. September – 31. Dezember 2000
Das Fräulein und die Renaissance. Maria von Jever (1500-1575). Herrschaft und Kultur in einer friesischen Residenz des 16. Jahrhunderts

15. Oktober bis 31. Dezember 1999
Der Heimatmaler. Arthur Eden zum 100. Geburtstag

21. März bis 31. Juli 1999
Bilder mit Geschichten – Geschichten mit Bildern. Die Laterna Magica und Rudolphe Töpffer

13. November 1998 – 15. Januar 1999
Georg von der Vring. Ein Expressionist in Jever

27. Juni bis 31. August 1999
Mittsommernacht. Arbeiten zu August Strindberg’s Fräulein Julie

15. Mai bis 31. August 1999
Der Stoff der Träume. Hochzeitskleider aus zwei Jahrhunderten

05. Juli – 31. Oktober 1998
Gerstensaft und Hirsebier. 5000 Jahre Biergenuss

10. Mai – 05. Juli 1998
Ausgezeichnet. Orden und Ehrenzeichen im Grossherzogtum Oldenburg 1813 – 1918

02. August 1997 bis 15. Januar 1998
Fromme Friesen. Mittelalterliche Kirchengeschichte Frieslands

24. Juni – 31. Oktober 1992
Badeleben. Zur Geschichte der Seebäder in Friesland

Als die Landesadministratorin der Herrschaft Jever im Mai 1804 der Insel Wangerooge eine Badekutsche und ein Strandzelt zur Errichtung einer Seebadeanstalt stiftete, war damit auch im oldenburgischen Teil der “südlichen Nordsee” das Badeleben offiziell eröffnet worden.

Die Reise ins Seebad, anfangs noch ein Privileg Wohlhabender und von gesundheitlichen Interessen bestimmt, ist inzwischen zu einem Vergnügen vieler Menschen geworden. Die Lust am Reisen gehört heute zu den ökonomisch umsetzbaren Werten einer Industriegesellschaft, für die Freizeit und Urlaub zentrale Begriffe geworden sind.

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