Vom Bismarck- zum Getreuenmuseum – Neueröffnung in Jever

Am Standort des vormaligen “Bismarck- und Getreuenmuseums”, das aus Mitteln des 2019 verstorbenen Mäzens und Ehrenpräses des Vereins der “Getreuen zu Jever e.V.”, Dr. Fritz Blume, unterhalten wurde, ist nach umfangreichen Sanierungsarbeiten eine grundlegend neue Ausstellung entstanden. Das nun unter dem Namen “Getreuenmuseum” firmierende Haus widmet sich nun im Kern der Geschichte und knappen inhaltlichen Einordnung eines weit über die Grenzen Jevers hinaus einmaligen Vereins. Er ist heute eine der bundesweit ältesten, noch bestehenden Stammtischgesellschaften.

Vor dem Hintergrund einer begrenzten Ausstellungsfläche zeigen wenige ausgewählte Exponate und Ausstellungstexte die Geschichte von Stammtischen, die Geschichte der Getreuen zu Jever sowie die inhaltliche Einordnung in den Zusammenhang der Bismarck-Verehrung in Deutschland auf. Gleichzeitig bietet der mit moderner Präsentationstechnik ausgestattete Eingangsraum hervorragende Möglichkeiten für kleinere Veranstaltungen und Raum für interessierte Institutionen und Vereine.

Die Kosten der Sanierung, Ausstattung und Gestaltung, die auch eine Ertüchtigung einer vom Verein der Getreuen und dem Schlossmuseum Jever genutzten Depot- und Archivfläche umfassten, wurden von der Familie-Dr.-Blume-Stiftung getragen. Die inhaltliche Verantwortung lag beim Zweckverband Schlossmuseum Jever, dem das Getreuenmuseum in Zukunft zugeordnet ist. Für die Gestaltung zeichnet der Grafik-Designer Andreas Reiberg aus Jever verantwortlich.

1815-1898 Ministerpräsident von Preußen, Kanzler des Nordd. Bundes, Reichskanzler. Kabinett-Foto 9,3 x 13,5 cm: Kunstverlag Carl Krause & Co. Berlin

Das Haus wird interessierten BesucherInnen sowie kleineren Gruppen zunächst auf Anfrage offenstehen. Jedes Jahr zum 1. April, dem traditionellen Tag des Bismarck-Kommerses der Getreuen zu Jever, wird das Museum im Rahmen eines Tages der offenen Tür mit begleitendem Veranstaltungsprogramm geöffnet sein.

Zur Eröffnung des Museums am Mittwoch, 1. September 2021, 17 Uhr, findet im kleinen Rahmen eine Präsention des Projektes für die Presse statt. Museumsleiter Dr. Andreas von Seggern wird in die Konzeption des Museums einführen und Möglichkeiten zukünftiger Nutzung aufzeigen. Als Gast wird der wissenschaftliche Mitarbeiter der bundeseigenen Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh, Dr. Ulf Morgenstern, über den Stand der Bismarck-Forschung und Perspektiven künftiger Zusammenarbeit zwischen der Bundesstiftung und dem Getreuenmuseum sprechen.

Gedenken an den Pogrom gegen die Juden vom 09.11.1938 im Jeverland

Die “Initiative Gedenken an den Pogrom vom 9. November 1938 im Landkreis Friesland” veranstaltet im November in Jever und in der Region zahlreiche Gedenkveranstaltungen in Erinnerung an die Pogromnacht 1938.

Vor achtzig Jahren erlebte der Antisemitismus in Deutschland an diesem Tag seinen ersten Höhepunkt. In der Nacht zum 10. November wurden im ganzen Land die Synagogen zerstört. Die jüdischen Männer aus Jever wurden am nächsten Morgen vorbei an der Ruine ihres Gotteshauses durch die Stadt getrieben und verhaftet, am folgenden Tag nach Oldenburg und dann ins KZ Sachsenhausen gebracht. Die meisten wurden nach einigen Wochen wieder entlassen. Im Sommer 1940 war Jever „judenrein“.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen kann hier heruntergeladen werden:

Neue Radtour: Naturraum Jever – von Eiszeiten geformte Landschaft

Der Naturraum um Jever wurde durch die Eiszeiten geprägt. Gletscher bedeckten die Landschaft und hinterließen beim Abschmelzen Grund- und Endmoränen.

Wind, Wasser und Frosteinwirkung modellierten in der Folgezeit die Oberfläche in ihre heutige Form. Es entstanden einzigartige Landschaften, die im Laufe der Zeit vom Menschen genutzt und zu seinen Gunsten verändert wurden.

Die Radtour führt zu den Hinterlassenschaften der Eiszeiten und zeigt, wie der Mensch in die natürlichen Prozesse einwirkt.

Weitere Informationen finden Sie im Informationsflyer zu dieser besonderen Radtour:

Radtour: Naturraum Jever - von Eiszeiten geformte Landschaft

Die Radtour “Naturraum Jever: Von Eiszeiten geformte Landschaft” kann zur Vor- und/oder Nachbereitung auf einer interaktiven Karte nachvollzogen werden, auf der “Hotspots” weitere Infos bieten.

Ausstellung “80 Jahre nach dem NS-Pogrom – die Synagoge von Jever und ihre Zersörung im Jahre 1938” im Gröschlerhaus

Blick in die Ausstellung im Gröschlerhaus
Blick in die Ausstellung im Gröschlerhaus
Die über Fußbodenfenster einsehbare Keller-Mikwe
Die über Fußbodenfenster einsehbare Keller-Mikwe

Im November 1938 zerstörten die Nationalsozialisten die Synagoge, plünderten die Wohnungen der jüdischen Einwohner und verschleppten die jüdischen Männer in das KZ Sachsenhausen. Fotos und Dokumente zeigen, warum die 1880 erbaute Synagoge von Jever als die schönste zwischen Weser und Ems galt, und stellen die einst stolze Gemeinde vor, die im Pogrom von 1938 ihr Ende fand.

Rund 40 Schautafeln, Medienstationen und Vitrinen gegen einen Einblick in die Vergangenheit und in die Geschichte der Erinnerung seit der Befreiung vom Nationalsozialismus.

In einem Gebäude, das 1954 auf den Grundmauern der 1938 zerstörten Synagoge errichtet wurde, wird gleichzeitig das alte Gotteshaus fragmentarisch sichtbar. Die Zerstörung, der nur der Schulanbau und die Mikwe im Keller entkamen, wird mit den beim Umbau gefundenen Artefakten und den Räumen des GröschlerHaus selbst in einen Zusammenhang gestellt. Die Mikwe ist durch Fußbodenfenster sichtbar, der Abdruck eines archäologischen Grabungshorizonts zeigt die beim Umbau gefundenen Artefakte wie Bodenfliesen, Gesimse und verkohlte Holzreste.

Der 1938 erhalten gebliebene Schulanbau ist ebenfalls Bestandteil der Ausstellung. Jüdische Zeitzeugen schildern in Audio-Interviews (aufgenommen 1984) die Gewalttaten der jeverschen NS-Aktivisten. Die jüdische Emanzipation, der nationalsozialistischen Terror und die heutige Erinnerungsarbeit bilden den Rahmen der Ausstellung.

Die Ausstellung wurde vom Arbeitskreis Gröschlerhaus erarbeitet und vom Schlossmuseum Jever und der Initiative erinnerungsorte-friesland.de ermöglicht.

Zur Ausstellung erscheint:
Hartmut Peters: Die Synagoge von Jever, der Progrom von 1938 und der lange Weg der Erinnerung. Jever 2018, 52. S. (Schriften zur Geschichte des Nationalsozialismus und der Juden im Landkreis Friesland – Nr. 4) Unkostenbeitrag 5,- €

Bis zum 30. November 2108 regelmäßige Öffnungszeiten:
Dienstag 10 – 12 Uhr
Donnerstag 16 – 18:30 Uhr
Freitag 10 – 12 Ihr
sowie weitere Öffnungszeiten oder Führungen nach Anfrage über info@groeschlerhaus.eu, 04461-964426 oder 04461-969350.

Weitere Informationen: ↑ Gröschlerhaus – Zentrum für Jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region Friesland / Wilhelmshaven

Provenienzforschung im Schlossmuseum Jever

Seit einem Dreivierteljahr betreibt das Schlossmuseum Jever intensiv Provenienzforschung. Diese betrifft die im Zeitraum zwischen 1933 und 1945 eingegangenen verdächtigen Objekte, die möglicherweise aus dem Besitz jüdischer Bürger aus Jever stammten und unrechtmäßigerweise ins Schlossmuseum gelangten.

Diese Maßnahme wird gefördert mit Mitteln des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste. Eine Verlängerung dieser Maßnahme ab Oktober dieses Jahres wurde nun gewährt.

Das Projekt trägt den Titel “Wissenschaftliche Tiefenerschließung ausgewählter Bestände des Schlossmuseums Jever im Hinblick auf unrechtmäßig angeeignetes Sach- und Schriftgut aus dem Besitz jüdischer Bürger Jevers und Frieslands in den Jahren 1933 bis 1945”.

Im Rahmen eines Pressegesprächs am Mittwoch, 22.06.2016 um 9.30 Uhr wird das Projekt näher erläutert.

Weitere Informationen: ↑ Deutsches Zentrum für Kulturgutverluste

Schenkung von Prof. Dr. Rolf Sternberg

Der ehemalige Leiter der Bibliothek des Mariengymnasiums in Jever, Hartmut Peters, erhielt nun eine einzigartige Schenkung von Dokumenten, die das jüdische Leben in Jever und Neustadtgödens darstellen. Erhalten hat er diese von Prof. Dr. Rolf Sternberg aus New York/USA. Während der Nazidiktatur musste der Jeveraner mit seiner Familie Deutschland in Richtung USA verlassen. Nach einem Besuch Mitte des Jahres in Jever hat er nun Dokumente seines Vaters, Philipp Sternberg, nach Jever geschickt, die dort in der Sammlung des Schlossmuseums aufbewahrt werden sollen. Philipp Sternberg ist in Gödens geboren und war Soldat im Ersten Weltkrieg.

Daher werden zur Zeit einige der Dokumente im Landrichterhaus in der Ausstellung “Jüdische Nachbarn – jüdische Soldaten im Ersten Weltkrieg” ausgestellt. Die Schenkung von Prof. Dr. Rolf Sternberg wird am Mittwoch, 22. Oktober 2014 um 11:00 Uhr im Landrichterhaus in Sande-Neustadtgödens im Rahmen eines Pressegesprächs der Öffentlichtkeit präsentiert.

Feierliche Namensgebung für das Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region – Gröschlerhaus

Am Sonntag, 28. September 2014 wird im Rahmen einer feierlichen Namensgebung das Zentrum für jüdische Geschichte und Zeitgeschichte der Region den Namen “Gröschlerhaus” erhalten. Dazu findet um 11 Uhr ein Empfang im Audienzsaal des Schlosses zu Jever statt. Grußworte werden dabei die Stv. Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs, der Bürgermeister Jan Edo Albers sowie der Vorstand der jüdischen Gemeinde Oldenburg halten. Der Arbeitskreis “Juden in Jever” und Vertreter der Familien von Hermann und Julius Gröschler erläutern den Hintergrund der Namensgebung. Zur musikalischen Umrahmung spielen Bernd Albers (Perkussion), Iko Andrae (Gesang, Gitarre) und Eckhard Harjes (Gesang, Gitarre) auf. Moderation: Volker Landig.

Um ca. 12.30 Uhr erfolgt dann die offizielle Namensgebung ↑ Gröschlerhaus ↑ am Ort der zerstörten Synagoge in der Wasserpfortstraße 19 in Jever. Das Schlossmuseum bittet um Anmeldung unter info@schlossmuseum.de oder 04461 – 969 35 42.