Die Blumenbeete beim Eingangsbereich und in Schlossnähe sind als Pleasure Ground ein wichtiger Bestandteil des englischen Landschaftsgartens, der als idealisierte Natur gestaltet wurde. Der Pleasure Ground ist der Übergang, gleichsam das Verbindungsglied, zwischen dem Wohnbereich im Schloss und der freien, ästhetisch gestaltenden Parklandschaft. Der Rasen erscheint in diesem Bereich wie ein Teppich, dessen Muster durch die Beete eingewebt wurden. Die Vorbilder für die Gestaltung des jeverschen Parks liegen damit beispielsweise in den Anlagen der Gartenarchitekten Fürst Pückler und Linné in Muskau und Glienicke.
Gleich nach der Gründung des Parks um 1830 waren die Pleasure Grounds ein großer Anziehungspunkt für die Gartenbesucher. In der Frühzeit wurden über 1.000 Rosenstöcke und Georgien (Dahlien) gepflanzt. Das Sortiment des Kunstgärtners Kunze, der damals auch den jeverschen Park belieferte, gibt Aufschluss darüber, welche Blumenarten hier zudem gewesen sein könnten: Krokusse, Narzissen, Hyazinthen, Schneeglöckchen, verschiedene Liliensorten, Kaiserkronen, mehrere Tulpensorten und Iris. Besonderer Beliebtheit erfreuten sich offenkundig Fuchsien, denn der Schlossverwalter Schäfer musste 1846 mehrfach darauf hinweisen, dass sich „muthmaßlich Liebhaberinnen bewogen gefunden, unter anderem, einige blühende Fuchsien, eigenhändig mit Wurzeln auszureißen und aus dem Schlossgarten zu entwenden.“ (Jeversches Wochenblatt, No 29, 19. Juli 1846; No 33 16. August 1846).

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erfreuten sich gerade die Blumenbeete besonderer Beliebtheit. Ende des 20. Jahrhunderts wurde auf deren Pflege aus Kostengründen verzichtet. Erst mit den Restaurierungsmaßnahmen im Schlosspark Anfang des 21. Jahrhunderts wurde deren künstlerische Bedeutung und ihr Wert auch für die Artenvielfalt erkannt und die Standorte nach historischen Vorlagen wieder belebt.


