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Gartendenkmal: Blutbuche

Der ca. 4 ha große Schlosspark Jever, ab 1828 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt, gehört zu den bedeutendsten Gartenkunstwerken Nordwestdeutschlands und bildet zusammen mit dem Schloss ein einzigartiges Ensemble. Die gestaltete Natur mit ihren Schätzen an Flora und Fauna machen den besonderen Reiz dieses historischen Gartens aus, der seit 1951 unter Landschaftsschutz steht.

Die Stelle, an der die Blutbuche steht, hatte für die frühneuzeitliche Befestigungsanlage eine herausragende Bedeutung. 1568 wurde hier durch Maria von Jever (1500-1575) ein großes steinernes Rondel errichtet und mit einer unterirdischen Kasematte ausgestattet. An dieser prägnanten Stelle befand sich auch eine Lindenlaube, die noch Anfang des 19. Jahrhunderts in Teilen mit zwei Linden erhalten war.

Als ab 1823 die gesamte Vorburg und die Befestigungsanlage abgetragen wurde, dienten auch die Mauern der Kasematte als Baumaterial. Mit großem Aufwand wurden die Backsteine ausgegraben und u.a. als Material für den Bau der Schlossparkmauer verwendet.

Die Wegeführung nimmt noch heute die Form des Rondells mit der Kasematte auf. Im Zentrum dieser Ausbuchtung wurde zwischen den Jahren 1830 bis 1840 eine Dreistamm-Blutbuche gepflanzt. Mit Hilfe dieser Bündelpflanzung erhielt man schon zur Gründung des Parks einen stattlichen Baum. Der Platz war bewusst gewählt: Vom mittleren Fenster des Gobelinsaals im Nordflügel aus, der als Salon diente, konnte die großherzogliche Familie bei ihren Aufenthalten in Jever einen attraktiven Anblick genießen.

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Die Dreistamm-Blutbuche wuchs in den kommenden rund 200 Jahren zu einem stattlichen Baum heran. Allerdings bot die Art der Pflanzung auch Angriffspunkte für Pilzbefall. So brach Anfang des 21. Jahrhunderts ein großer Ast heraus und 2017 musste schließlich der verbliebene Baumteil gefällt werden. Um für die Zukunft einen stabilen Wuchs zu ermöglichen, wurde bei der Neupflanzung auf die Bündelsetzung verzichtet und eine junge Blutbuche an die zentrale Stelle gesetzt.