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Gartendenkmal: Brunnen & Grotte

Der ca. 4 ha große Schlosspark Jever, ab 1828 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt, gehört zu den bedeutendsten Gartenkunstwerken Nordwestdeutschlands und bildet zusammen mit dem Schloss ein einzigartiges Ensemble. Die gestaltete Natur mit ihren Schätzen an Flora und Fauna machen den besonderen Reiz dieses historischen Gartens aus, der seit 1951 unter Landschaftsschutz steht.
Der Brunnen ist ein wichtiges Element der alten Vorburg, die bis Anfang des 19. Jahrhunderts auf dem Gelände des heutigen Schlossparks stand. Auf historischen Plänen der Zeit um 1800 ist noch ein Brunnenhaus an dieser Stelle sichtbar.

Auf dem Brunnenring sind zwei Inschriften sichtbar. Zum einen die Datierung 1790 und die No 2, die darauf verweist, dass es im Schlossinnenhof noch einen, ebenfalls auf alten Plänen verzeichneten, Brunnen 1 gegeben haben muss.

Der Blick in den Brunnen
Der Blick in den Brunnen

Der Brunnen ist als kleiner Kreis auch auf den ältesten Plänen des neu angelegen Schlossgartens eingezeichnet.

Ausschnitt Charte vom Schlossgarten zu Jever, F. W. Röben, 1834
Ausschnitt Charte vom Schlossgarten zu Jever, F. W. Röben, 1834
Spätestens nach 1920 wurde der Brunnenring aus Sandstein entfernt und durch eine Pumpe, eine sogenannte „Pütt“, ersetzt.

In der Nachkriegszeit wurde die Schlosspütt abgebaut und der Brunnenschacht aus Sicherheitsgründen verplombt.

Der historische Brunnenring wurde zufällig wiederentdeckt. Im Jahr 2019 gelang es schließlich, ihn an seinem ursprünglichen Standort wieder aufzustellen.

Ein großes Dankschön gilt dem Freundeskreis Schlossmuseum für die großzügige finanzielle Unterstützung für dieses Vorhaben.

Der Maler Arthur Eden-Sillenstede hat die Pumpe an der Stelle des alten Brunnens 1937 festgehalten
Der Maler Arthur Eden-Sillenstede hat die Pumpe an der Stelle des alten Brunnens 1937 festgehalten
Der Brunnenring aus dem Jahr 1790
Der Brunnenring aus dem Jahr 1790
Der Brunnenschacht ist mit Granitquadern ausgesteift. Wahrscheinlich wurde hier schon seit dem Spätmittelalter Wasser geschöpft.

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Granitquader und Reste von Sandsteinen wurden auch für den Bau einer kleinen Sitzgrotte verwendet. Der damalige Schlossverwalter Wilken hat sie auf eigene Initiative mit dem Material, welches noch vom Abriss der Vorburg auf dem Gelände zu finden war, gestaltet. Er hatte seinen Plan zuvor mit dem Hofmarschallamt des Großherzogtums abgestimmt. Da der Großherzog ein großes persönliches Interesse an der Gestalt des Schlossgarten hatte, befürwortete er dieses Engagement. Ruinen und Grotten sind im englischen Garten pittoreske Elemente, die an die nordatlantische Landschaft mit ihren antiken Relikten erinnern sollen.
Die Sitzgrotte hinter dem linken Torhaus
Die Sitzgrotte hinter dem linken Torhaus