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Gartendenkmal: Wege

Der ca. 4 ha große Schlosspark Jever, ab 1828 nach dem Vorbild englischer Landschaftsgärten angelegt, gehört zu den bedeutendsten Gartenkunstwerken Nordwestdeutschlands und bildet zusammen mit dem Schloss ein einzigartiges Ensemble. Die gestaltete Natur mit ihren Schätzen an Flora und Fauna machen den besonderen Reiz dieses historischen Gartens aus, der seit 1951 unter Landschaftsschutz steht.
Bei der Anlage des jeverschen Schlossparks wurde auf die frühere Bebauung Rücksicht genommen. Die Wege zeichnen noch heute in Teilen die Umrisse der Befestigung nach.

Die besondere Qualität und der Wert als Gartendenkmal wird auch dadurch unterstrichen, dass noch heute die Wegeführung auf dem historischen Unterbau erfolgt. Zwar wurden Ende des 20. Jahrhunderts aus Kostengründen Teile der Wege begradigt, doch konnte während der Restaurierungsmaßnahmen in den Jahren 2024 bis 2026 der geschlängelte Verlauf wiederhergestellt werden.

Charte vom Schlossgarten zu Jever, F. W. Röben, 1834
Überfluteter Weg im südlichen Bereich des Parks
Die Verdichtung des Wegematerials, die Betonrinnen und die Begradigungen hatten dazu geführt, dass nach Starkregenereignissen das Wasser nicht abfließen konnte oder ungenutzt in Gullis verschwand.

Es ist daher nicht nur aus ästhetischen Gründen von Bedeutung, dass die Wege ihre historische Form wiedererlangen, sondern auch, weil dadurch ein langsameres Versickern des Regenwassers im Boden ermöglicht wird.

Für die Befestigung des Unterbaus verwendete man Schuttmaterial der ehemaligen Vorburg. Anschließend wurde um 1830 eine Sandschicht aufgetragen. Die Wege erschienen auch etwas tiefer gelegt und zurückgenommen, um den Rasen- und Wiesenflächen gleichsam den von der Natur geschaffenen Vortritt zu lassen. Heute wird anstelle des Sandes ein Sabalith genutzt, der ebenfalls wasserdurchlässig ist, jedoch eine höhere Stabilität bietet.

Wegebauarbeiten am Hügel, 2025
Historischer Weg nach Fertigstellung im Jahr 2026