„Live dabei“ lädt 2021 im dritten Jahr in Folge zu Nestbesuchen im Schlosspark Jever ein

Die Arbeitsgruppe „Live dabei“ lädt im dritten Jahr in Folge dazu ein, per Web-Cam live Gast zu sein in den Kinderstuben der Bewohner des Schlossparkes Jever und des Schlosses. „Nach den großen Resonanzen in den letzten beiden Jahren mit je über 12.000 Klicks auf die Kamera über einem der Saatkrähennester, installierten wir im letzten Jahr zusätzlich eine weitere Kamera über einem Rauschschwalbennest (das sich unter dem Torbogen des Schlosshofes befindet),“ berichtet Dr. Antje Sander, Leiterin des Schlosses Jever, erfreut. Die Arbeitsgruppe, der neben dem Schlossmuseum Jever die mobile Umweltbildung-MOBILUM des NABU Niedersachsen, die Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Natur-und Umweltschutz Jever, WAU, der NABU „Jever und umzu“ sowie der Landkreis Friesland angehören, erweitert ihr Angebot nun auf Initiative von ProRing- Förderer der wissenschaftlichen Vogelberingung e.V. – um eine dritte Kamera, die sich in einem Schleiereulen-Nistkasten im Eulenturm des Schlosses befindet.

Ab dem 1.März sind über die Homepages des Schlosses Jever und der Partner sowie auf einem Bildschirm im Fenster eines der Häuschen im Schlossinnenhof zunächst Aufnahmen aus dem Nest eines Saatkrähenpaares zu sehen, das sich in 22 m Höhe in einer der Eschen des Schlossparkes befindet. Ob es sich dabei wieder um die „Mathilde“ genannte Saatkrähendame der letzten beiden Jahre handelt, ist anzunehmen, kann jedoch nicht genau belegt werden, da die Vögel nicht markiert wurden. Wer das Treiben der Saatkrähen derzeit aufmerksam verfolgt, kann beobachten, dass die Vögel paarweise fliegen, (Saatkrähen-Ehen halten ein Leben lang), und auf den umliegenden Feldern im Boden nach Nahrung stochern, die überwiegend aus Regenwürmern, Insekten und Insektenlarven besteht. Im Gegensatz zur Rabenkrähe, die einen schwarzen Schnabel hat, sind Saatkrähen stets an ihrem hellen Stocherschnabel zu erkennen. Saatkrähen sind als in ihrem Bestand gefährdet eingestuft, da sich ihre Lebensbedingungen aufgrund zunehmender Nahrungsknappheit auf den Feldern und verschwindender hoher Baumgruppen in der Landschaft verschlechtern.

Beim Blick in das Saatkrähennest werden Besucher der Web-Cam das Paar zunächst bis etwa Mitte März beim intensiven Nestbau beobachten können. Sobald das Brutgeschäft beginnt, übernimmt allein das Männchen die Versorgung der Partnerin und des Nachwuchses mit Nahrung. Etwa ab Mitte Mai wird der Nachwuchs flügge sein und ausfliegen. In den letzten beiden Jahren entwickelten sich aus den fünf bzw. vier Eiern jeweils zwei Küken zu flugfähigen Jungen, die insbesondere im ersten Jahr großen Lebenskrisen ausgesetzt sind und eine hohe Jugendmortalität zeigen. Auf diese Weise regulieren sich die Bestände einer Saatkrähenkolonie.

Die beiden weiteren Kameras über dem Rauchschwalbennest und im Schleiereulen-Nistkasten werden live hinzugeschaltet, sobald dort Aktivitäten zu erkennen sein werden. „Wir hoffen sehr, dass auch diese Nester angenommen werden und weitere beeindruckende Aufnahmen entstehen“, äußern sich die Live-dabei-Initiatoren gespannt: „Es ist faszinierend, die Vögel einmal aus einer ganz anderen Perspektive, zudem live, beobachten zu können. Aus eigener Erfahrung stellen wir fest, dass über diese Faszination und die interessanten Beobachtungen bisherige Erkenntnisse ergänzt werden, sich Sichtweisen korrigieren und häufig ein neues, erweitertes Verständnis für die gefiederten Bewohner entsteht“.

Projektpartner

Schlossmuseum Jever
Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für
Natur- und Umweltschutz e.V. (WAU) Jever http://www.wau-jever.de
NABU Niedersachsen niedersachsen.nabu.de