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Neues von den Schlossgeistern 2000 |
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Die Goldene Linie - Eine Grenze verbindet zwei MuseenInternationaler Museumstag am Sonntag, 21. Mai 2000Geführte Radtouren durch die landschaftlich und historisch reizvolle Marschenlandschaft zwischen dem oldenburgischen Jever und dem ostfriesischen Carolinensiel. Ausgangspunkt sind das Schlossmuseum Jever und das Deutsche Sielhafenmuseum in Carolinensiel.Zu einer Grenzziehung besonderer Art ist es 1666 zwischen dem Grafen von Oldenburg, als dem damaligen Landesherren des Jeverlandes, und dem Grafen von Ostfriesland gekommen: nicht vorhandenes, sondern erst entstehendes Land galt es untereinander aufzuteilen. Die Harlebucht reichte zu Beginn des Deichbaues, also in der Zeit um 1000 n. Chr., tief ins Landesinnere hinein, etwa bis Funnix und Berdum. Schwere Sturmfluten haben sie im 14. Jahrhundert teilweise noch bis Esens, Burhave und Wittmund vergrössert. Doch seit dem 15./16. Jahrhundert verlandete die Harlebucht allmählich. Es begann eine Epoche langsam voranschreitender Eindeichungen, bis mit dem Elisabethgroden von 1895 der heutige Zustand einer geraden Küstenlinie erreicht war, der nichts mehr von der alten Bucht erahnen lässt.
Jede Seite beauftragte einen Ingenieur, die Ostfriesen den aus den Niederlanden stammenden "beeidigten und am Hofe von Holland promovierten" Ingenieur Johann von Honart, die Oldenburger den jeverschen Ingenieur Falke. Das Ergebnis ihrer Vermessungen hält die hier abgebildete Karte fest. Ausgangspunkt war der ostfriesisch-jeverländische Grenzpfahl auf dem 1658 erbauten Deich zwischen Neufunnixsiel und Neugarmssiel. Mit den beiden "Baken", die man auf den Rand der hohen Dünen im Osten von Spiekeroog und im Westen von Wangerooge setzte, bildete er ein rotes Vermessungsdreieck. Von diesem Grenzpfahl aus zog man eine "goldene Scheitlinie" zur Mitte der Verbindungslinie zwischen den beiden Baken. Die Farbe der "Scheitlinie" auf dieser Karte gab der Grenze ihren Namen: "Goldene Linie", die nach dem Vertragstext "von nun an und fürters zu ewigen Tagen sollte gehalten und geachtet werden". Und in der Tat hat sie bis heute wenigstens im Bereich des festen Landes Bestand. Die Karte enthält noch zwei weitere Linien, die von dem Grenzpfahl ausgehen. Das eine ist die Peillinie auf den Wangerooger Kirchturm. Nach ostfriesischer Auffassung hätte nach altem Herkommen diese die Grenzlinie sein müssen - ihr entsprach ja auch die Grenze des 1658 angelegten Enno-Ludwigs-Groden (während die Oldenburger die auf Spiekeroog zulaufende Kaptebalje - links neben dem linken Dreiecksscheitel - als Grenze ansahen). Um die wohl besser begründeten ostfriesischen Ansprüche endlich abzufinden, ist bei der erst Jahrzehnte später erfolgten Ratifizierung des Grenzvergleichs im Jahre 1743 den Ostfriesen eine Entschädigung von 11.000 Reichstalern zugestanden worden. Die andere Linie, die über die Wangerooger Dünen hinwegführt, zeigt die Himmelsrichtung nach Norden an. Die Beschriftung vermerkt, dass von ihr die "Goldene Linie" um 20 Grad abweicht. Die "Goldene Linie" verläuft heute über den Ostteil von Spiekeroog. Beginn der Fahrradtour jeweils am Schlossmuseum Jever und am Deutschen Sielhafenmuseum in Carolinensiel (Museumshafen). Um 13.00 ist ein Treffen der beiden Gruppen an der Alten Pastorei in Middoge vorgesehen. Dort Gelegenheit zum Mittagessen. Rückfahrt nach Absprache vor Ort.
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