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Ausstellungen


Die Sonderausstellung des Schulmuseums 2007/2008

Lernen durch Erleben. Reformpädagogik der 20er Jahre in der Friesischen Wehde

Lehrer in Aufbruchstimmung zu Anfang des 20. Jahrhunderts: Reformpädagogen bemühten sich um die Einführung neuer Bildungsmethoden, bei denen die Kinder, nicht das Lehrerpult im Mittelpunkt standen. Die Sonderausstellung "Lernen durch Erleben. Reformpädagogik der 20er Jahre in der Friesischen Wehde" des Schulmuseums Bohlenbergerfeld zeigt ab dem 24. März 2007 Beispiele aus der Dorfpädagogik des südlichen Frieslands.

Die Landschulen waren häufig Versuchsfeld für reformpädagogische Methoden, die sich mit den Schlagworten Selbsttätigkeit und Lernen mit allen Sinnen verbinden. Während in der Stadtschule eher wissenschaftlich-theoretisch unterrichtet wurde, sollten die Bildungsinhalte in der Dorfschule aus der lebendigen Umwelt der Kinder genommen werden. Die Handlungsorientierung der Reformpädagogik bot sich daher besonders an. Den Schwerpunkt des Unterrichts bildete die Heimatkunde.

Ausstellungs-
Impressionen
Gruppenarbeit. Reformpädagogische Methodik setzte auf die Selbstständigkeit der Schüler
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Gruppenarbeit. Reformpädagogische Methodik setzte auf die Selbstständigkeit der Schüler
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Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien des Adolf Helms, von 1922-1932 Lehrer an der Schule in Bohlenberge. Sie sind lebendige Zeitzeugen für handlungsorientierte Unterrichtsmethoden, die auch heute nichts an Aktualität verloren haben: Gruppenarbeit statt Frontalunterricht, selbstständiges Arbeiten mit Lehrmitteln statt Antworten im Chor, Lernen mit allen Sinnen statt starres Sitzen. Nach dem Motto "Lernen durch Erleben" konnte auch "Drachen basteln und fliegen lassen" oder "Iglu bauen" auf dem Unterrichtsplan stehen. Ausflüge in die nähere oder weitere Umgebung waren nicht mehr die Ausnahme, sondern wurden zur Regel.

Damit erschloss sich den Kindern eine Welt, die ihnen in der traditionellen "Paukschule" verschlossen geblieben war.

Die neue Landschule fand nicht losgelöst vom Dorf statt, sondern sie war Teil der Dorfgemeinschaft. Die Schüler nahmen an Dorffesten teil, sie veranstalteten Feste und Theateraufführungen für das Dorf, das Dorfleben war Thema im Unterricht. So sind die Bilder aus dem Schulleben ebenso Zeugnisse für das Dorfleben in der Friesischen Wehde.

Lehrer in Aufbruchstimmung

Mit dem Auseinanderbrechen der ständischen Welt und den neuen Erfordernissen der industriellen Entwicklung gewannen Erziehung und Ausbildung an Stellenwert. Wo zuvor geringe Qualifikationen ausreichten, um Volksschullehrer zu werden, sollte nun eine standardisierte Fachausbildung der Pädagogen ein bestimmtes Bildungsniveau garantieren. In diesen Zusammenhang gehört die Gründung des Oldenburger Lehrerseminars im Jahr 1793.

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Impressionen
Lehrerseminarklasse
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Sommerschule
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Sandkasten
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Drachensteigen
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Ausflug Schwarzes Meer
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Gegen die traditionell gelehrten Lehrinhalte und Vermittlungsmethoden wendeten sich seit Ende des 19. Jahrhunderts die "Reformpädagogen". Reformpädagogik ist ein Sammelbegriff für verschiedene Ansätze zu neuen Bildungsmethoden, die im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts entwickelt wurden. Gemeinsam ist allen der Versuch, einen Gegenentwurf zur herkömmlichen "Paukschule" zu bieten.

Der traditionelle autoritäre Frontalunterricht mit seiner starren Sitzordnung und der rezeptiven Haltung der Schüler sollte durch Unterrichtsmethoden abgelöst werden, die sich an den Bedürfnissen und der Individualität des Kindes orientierten. Selbsttätigkeit der Schüler, Lernen durch Handeln und mit allen Sinnen und offene Unterrichtsformen wie das freie Gespräch sind wichtige Leitgedanken der Reformpädagogik.

Der Kernsatz der Montessoripädagogik nach der Ärztin und Pädagogin Maria Montessori (1870-1952) bringt es auf den Punkt: "Hilf mir, es selber zu tun". Montessori oder Rudolf Steiner (Waldorf-Schule) sind bekannte Beispiele für Reformpädagogen des frühen 20. Jahrhunderts. Ihr praktischer Einfluss auf das Schulwesen war zu ihrer Zeit zwar begrenzt, ihre Theorien sind jedoch bis heute bedeutend.

Die Lehrer, die neue Ansätze wagten, sahen sich mit den tradierten Vorstellungen der Buch- und Wortschule konfrontiert. Die Kritik bezog sich im Wesentlichen auf zwei Punkte: Zum einen befürchtete man den Verlust von Ordnung und Disziplin, zum anderen bezweifelten die Kritiker, ob mit den neuen Methoden das nötige Lernpensum geschafft werden konnte.

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