Hochzeit im Schloss
Das Schloss zu Jever, im Mittelalter als Wehrburg errichtet, zählt wohl zu den interessantesten Baudenkmälern im Nordwesten Deutschlands. Die bewegte Geschichte, in der die Regentschaft über das Schloss mehrere Male wechselte, zeigt sich deutlich an der Architektur und dem Interieur. Dies macht das Schloss zu einem Ort, an dem der Besucher stets neues entdeckt.
Dieses historische Ambiente und die einmalige Atmosphäre nutzen daher auch viele Brautpaare in und um Jever, um sich das Jawort in den Mauern des Schlosses zu geben. Hierfür stellen wir Ihnen wahlweise mit dem Audienzsaal, dem Gobelinsaal und dem Biedermeierzimmer drei Räumlichkeiten zur Verfügung. Für Gruppen bis zu 35 Personen bietet der Café & Teepavillon einen stilvollen Hintergrund für Ihre Hochzeitsfeierlichkeiten. Sei es zu einem kleinen Sektempfang oder aber auch für ein größeres Hochzeitsbuffet.
Audienzsaal
Der Audienzsaal befindet sich in einem der ältesten Gebäudeteile des Schlosses. Er bietet Platz für ca. 80 Personen. Der Saal wurde vermutlich schon zu Zeiten Edo Wiemkens dem Jüngeren (1468 - 1511) errichtet. Seine repräsentative Funktion erhielt der Saal jedoch erst in der Regierungszeit von Fräulein Maria. Die prunkvolle Kassettendecke mit 28 Kassettenfeldern, die sich auf ca. 80 Quadratmetern erstreckt, wurde in der Zeit von 1560 - 1564 angefertigt. Sie stellt ein Meisterwerk der Schnitzkunst der Spätrenaissance dar und steht im Zusammenhang mit dem Ausbau Jevers zur Residenzstadt und der Absage territorialer Ansprüche der Grafschaft Ostfriesland.
Neben der vergoldeten Ledertapete aus dem 18. Jahrhundert ziert das Bildnis Katharina der II. von Russland den Audienzsaal. Ihr fiel Jever im Jahre 1793 nach dem Tode ihres Bruders, des Fürsten Friedrich August von Zerbst zu. In den Jahren von 1793 - 1806 und noch einmal von 1811 - 1818 unterstand Jever somit dem russischen Zarenhaus.
Biedermeierzimmer
Das Zimmer befindet sich im 1. Stock des Eulenturms oberhalb des Cafés. Die Biedermeierzeit (1815 - 1848) zeichnet sich durch den "Rückzug" des Bürgertums in die eigenen vier Wände aus. Dementsprechend wurde viel Wert auf die Inneneinrichtung gelegt. Das Mobiliar lehnt sich die Grundstrukturen der Empire-Möbel an. Tapeten, Vitrinen, Vorhänge, Lampen und Bilder untermauern die bürgerliche Lebensform der Zeit. Das Bremer Tafelklavier ist Ausdruck für den hohen Stellenwert, welcher der Hausmusik beigemessen wurde. Das Turmzimmer diente den Großherzögen von Oldenburg als Wohnbereich, wenn sie sich wenige Male im Jahr im Schloss aufhielten.
Gobelinsaal
Zu den kostbarsten Objekten im Schloss gehören zweifelsohne die detailreichen Wandteppiche, die im Gobelinsaal ausgestellt sind. Die aus Wolle und Seide hergestellten Tapisserien zeigen in weitläufigen Parklandschaften kleine höfische Gesellschaften. Die antikisierenden Gewänder und die verspielte Art der Darstellungen sollen den Betrachter einen Idealzustand höfischen Lebens vermitteln.
Die Wandbehänge gelangten nachweislich 1726 unter den Fürsten von Anhalt-Zerbst nach Jever und dienten zunächst im Audienzsaal als Wandbekleidung. Ihren heutigen Standort erhielten sie nach dem letzten großen Umbau des Schlosses, den die Oldenburger zwischen 1831 und 1835 durchführen ließen.
Sowohl die detailreiche Wiedergabe der Parklandschaften, wie sie von französischen Gartenarchitekten seit Mitte des 17. Jahrhunderts entwickelt worden waren, als auch die Gestaltung der Figuren legen als Herstellungszeit der Gobelins das ausgehende 17. Jahrhundert nahe und lassen die Produktion in einem Brüsseler Atelier vermuten.